Sie sind zu bewundern – die konsequenten Radfahrerinnen und Radfahrer im Winter. – So kalt kann’s gar nicht sein, dass sie ihren Drahtesel im Stall lassen würden. Ist Schnee vorhergesagt, prägen sie sich die Eisplatten am täglichen Weg gut ein, damit sie ihnen, sollten sie zugeschneit sein, nicht zur Rutschfalle werden. Ein Mensch, der viel mit dem Rad fährt, ist eben nicht nur umweltverantwortlich, er lebt auch ganzheitlich gesundheitsbewusst. Seine Konsequenz lohnt sich: Wer täglich strampelt, hält den Kreislauf in Schwung, schmiert seine Gelenke und härtet sich ab. Die Autofahrer tragen ihr Scherflein bei zu dieser Abhärtung, besonders wenn das Streusalz den Schnee auf den Straßen zum schmutzigen Etwas degradiert. Im schmierigen Matsch suchen die von zig Pferden in Schwung gebrachten Reifen nach Grip und schleudern allen die Freude darüber entgegen, halbwegs am Boden zu bleiben.Das sind die Momente, in denen die Autofahrer deutlich Sieger bleiben. Ihr Gewand hält noch hunderte Kilometer durch. Der Radfahr-Mensch dagegen schaut aus wie ein Schütt-Kunstwerk.Für ihn kommt das Autofasten-Projekt zu spät. Aber künftigen schwachen Verkehrsteilnehmern könnte es helfen.