Von Weiterentwicklung, begrüßenswerten Ideen, guten Ansätzen, aber auch von noch fehlenden Maßnahmen sprachen die ersten Reaktionen zur geplanten Reform bei Zivildienst und Freiwilligengesetz. Dieses wird nach der Begutachtung ab Herbst 2013 umgesetzt.
„Wir begrüßen diese Weiterentwicklung im Bereich des Freiwilligen Sozialjahres. Hier sind tolle Schritte gelungen, die Öffnung des Rettungsdienstes für Frauen ist ein Durchbruch. Die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr anstelle des Zivildienstes abzuleisten, hebt die Durchlässigkeit der beiden Systeme.“ So zustimmend fällt die Reaktion von Mag. Judit Marte-Huainigg, der Vorsitzenden des Freiwilligen Sozialen Jahres FSJ, aus.
Auch Caritas-Präsident Franz Küberl würdigte die von Ministerin Johanna Mikl-Leitner und Minister Rudolf Hundstorfer ausverhandelte Reform. Sehr positiv bewertete er, dass künftig die Zivildiener über Hilfstätigkeiten hinausgehende Aufgaben übertragen bekommen, wie es ihrer Qualifikation und ihren Fähigkeiten entspricht. Als gute Idee bezeichnete Küberl, dass für Zivildiener der Kategorie II Ausbildungsmöglichkeiten vorgesehen werden und dass die öffentliche Hand diese fördern will. Küberl sieht darin mehr Gleichstellung der Zivildienst-Trägerorganisationen. Die Qualität des Zivildienstes werde insgesamt gehoben.
Auch die Katholische Jugend begrüßt den geplanten Ausbildungsbeitrag des Bundes für die Zivildiener. „Leider soll dieser aber nur für staatlich anerkannte Ausbildungen gewährt werden und nicht für persönlichkeitsbildende Seminare oder Erste-Hilfe-Kurse, wie sie z.B. die Zivildiener bei der Kath. Jugend absolvieren“, beklagt der Einsatzstellenleiter für die Zivis bei der Katholischen Jugend OÖ, Manfred Hofmann.
Die beiden größeren Änderungsvorhaben betreffen eher das FSJ, stellt Hofmann fest. „So wird ein zumindest zwölfmonatiges FSJ in Zukunft als Ersatz für den Zivildienst angerechnet und das FSJ um den Einsatzbereich des Rettungswesens erweitert.“ Die Katholische Jugend OÖ begrüßt beide Maßnahmen als Steigerung der Attraktivität des FSJ. „Schmerzlich vermissen wir eine zeitliche Angleichung des Zivildienstes und des Wehrdienstes. So müssen Zivildiener weiterhin eine 50 % längere Dienstzeit absolvieren als ihre Altersgenossen beim Bundesheer.“
Stichwort
Zivildienst Kategorie I Zivildiener im Rettungswesen, für sie erhalten die Trägerorganisationen vom Bund montlich 600 Euro Abgeltung.
Zivildienst Kategorie II Zivildiener im sozialen Bereich. Hier erhalten die Trägerorganisationen 400 Euro im Monat.
Zivi-Beratung bei der Kath. Jugend OÖ, telefonisch und/oder persönlich: 4020 Linz, Kapuzinerstraße 84, Tel. 0732/76 10-33 11, E-Mail: zivildienst@dioezese-linz.at