Seit Jahren kämpft sie für fair erzeugte, „saubere Kleidung“. Dass erst über 1000 Arbeiter/innen im Rana Plaza sterben mussten, damit viele Firmen endlich „aufwachen“, findet Michaela Königshofer bedrückend.
Nachdem sie zum Studium nach Wien gekommen war, wollte sie sich wo engagieren, „weil ich meinem Leben ein Stück mehr Sinn und Tiefe geben wollte“, erzählt die gebürtige Steirerin (Mürzzuschlag).
Bei ihrer Suche nach spannenden Themen und möglichen Engagementfeldern stieß Michaela Königshofer auf die Clean Clothes Kampagne, eine Plattform von 13 Organisationen (u. a. kfb, Weltläden, Jugend Eine Welt, Gewerkschaft PRO-GE), die sich für faire Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie der armen Länder einsetzt. Sie hat begonnen, ehrenamtlich mitzuarbeiten. Nach dem Studium „hatte ich das Glück, zunächst für ein kleines Projekt, dann (ab 2006) als Österreich-Koordinatorin bei Clean Clothes einzusteigen.“ Eine Arbeit, die mit vielen Wechselbädern zwischen Frust und Freude verbunden ist, gesteht Königshofer.
Was zählt
Letzte Woche konnte Clean Clothes die „Erfolgsmeldung“ verbreiten, dass 31 internationale Firmen ein Abkommen über Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesh unterzeichnet haben. Dass dafür der Menschenverstand und die Unfälle vergangener Jahre nicht reichten, sondern dass erst über 1000 Menschen im Rana Plaza sterben mussten, ist für Michaela Königshofer immer noch schwer „verdaulich“. Sie hat selbst erlebt, wie elend die Textilarbeiterinnen dort leben und es schmerzt sie, „wenn das Geld und der schnelle Gewinn mehr zählen als das Leben und die Würde der Menschen.“