BRIEF_KASTEN
Rar sind sie geworden, und beim Gehen über die Wiesen hin fällt jede einzelne Blüte auf. Ein Löwenzahn sogar, als hätte er sich in der Jahreszeit geirrt. Es ist jetzt keine Blütezeit, und bald wird man nur noch in geschützten Räumen ein Blühen wahrnehmen können. Doch all die Jahre hin haben wir schon erlebt: Sie kommen wieder. Und diese Erfahrung darf man sich auch in anderen Belangen zu Herzen nehmen. Die Hoffnung nämlich: Sie liegt stärker in den Wurzeln als bei den Blüten.
Wer sein menschliches Hoffen nur an den Blütezeiten misst, wird nie so recht glücklich werden. Alles Wachsen und Werden bis dahin: als wäre es nichts?
Viele sind jetzt schon auf der Welt: Menschen, die mit ihrer Arbeit und ihren Ideen Lösungen für die vielfachen Herausforderungen finden werden. Auch Sängerinnen, Maler, Medizinerinnen, Schriftsteller, Bäuerinnen und Handwerker. Jetzt gehen sie noch in den Kindergärten ein und aus. Sie lernen, spielen und üben schon. Die Hoffnung liegt dort, wo etwas beginnt, wo es aber noch Hilfe braucht. Bei den Wurzeln also. Nichts ist jemals ohne dieses Werden und Wachsen aufgeblüht.
Das ist die Wurzelhoffnung: dass sich auch beim Frieden dieses Wachsen ereigne. Unsere Eltern haben gehofft: Unsere Kinder sollen es besser haben! Jetzt heißt die Hoffnung: Unsere Kinder mögen es besser machen.
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