BRIEF_KASTEN
Im Jänner 1995 hat der Vatikan den französischen Bischof Jacques Gaillot in die Wüste geschickt. Papst Johannes Paul II. hat ihn als Diözesanbischof von Évreux enthoben und – pro forma – zum Bischof der im fünften Jahrhundert im Wüstensand Algeriens untergegangenen Diözese „Partenia“ gemacht.
Doch Gaillot brachte die Wüste zum Blühen. Er errichtete im Internet die Diözese „Partenia“ neu und legte dort in sieben Sprachen die Bibel aus.
Der in der Kirchenhierarchie unbequeme Bischof ist nun am 12. April 87-jährig verstorben.
Von seinem Einsatz für homosexuelle Menschen bis zur Befürwortung der Nutzung von Kondomen gegen HIV war die Liste seiner Differenzen mit Rom lang, sehr lang sogar.
Aber Gaillot wäre es nie eingefallen, die Kirche zu verlassen. „Geben wir der Kirche eine Zukunft, jeder auf seine Weise“, predigte er bei seinem Abschiedsgottesdienst 1995.
Und der Kirche schrieb er einen Satz ins Stammbuch, der ihn berühmt gemacht und der auch mit seinem Tod nichts an Aktualität verloren hat: „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts.“
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