BRIEF_KASTEN
Mit uns werdet ihr es besser haben! So versprechen es Leute, die selbst gerne mehr Einfluss haben möchten. Ein höheres Maß an Wohlstand meinen sie meist.
Erstaunlich nur, dass dieses Motiv gerade in jenen Regionen so zieht, in denen der materielle Wohlstand – im Durchschnitt gesehen – auf dem höchsten jemals erreichten Niveau liegt. Die Mülltonnen zeigen es.
Vielleicht wird dieses Besserwerden auf der falschen Seite vermutet. Dass man nämlich von all den schönen Sachen mehr bekommen könnte: mehr Geld. Mehr Freizeit. Mehr Urlaub. Mehr Wahlmöglichkeiten. Bessere Computer. Und. Und. Und.
Eigentlich wären solche Wünsche in den letzten Jahrzehnten in hohem Maß – wiederum im Durchschnitt betrachtet – in Erfüllung gegangen.
Bei der Verteilung freilich liegt das Problem.
Bevor etwas besser werden kann, muss es zunächst einmal gut werden. Und da könnte man bei den eigenen Wünschen beginnen – und von der Frage ausgehen, was einen bisher am meisten glücklich gemacht hat.
Kaum jemand würde antworten: ein neues Auto, mein tolles Gehalt. Meist werden es Sachen sein, die mit anderen Menschen zu tun haben: ob man mit ihnen im Reinen ist und ob man das Leben miteinander beglückend erlebt.
Ob man sich geschätzt und getragen weiß. Ob man einen Himmel um sich weiß. Gut möglich, dass Menschen, die solche Art Wohlstand im Sinn haben, besser für die Zukunft gewappnet sind – weil sie die Welt mit dem beständigen Streben nach Mehr nicht kaputt machen. Oder weil ihnen das Wohl anderer genauso wichtig ist wie das eigene.
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