BRIEF_KASTEN
Zugegeben: Neujahrsvorsätze habe ich eigentlich noch nie gefasst. Ich höre aber, dass viele Leute dies tun. Ihre Vorsätze betreffen Sachen wie Ernährung, Bewegung oder dass man sich für dies und jenes mehr Zeit nehmen wolle.
Und ich höre oft, dass solche Vorsätze meist schon nach wenigen Tagen vergessen wurden – und dass man zurückgefallen ist in seine alten, zwar nicht so tollen, aber doch liebgewonnenen Gewohnheiten.
Es sind die kleinen Sachen, die man gerne irgendwo liegen lässt und vergisst. Und dann fragt man sich: Wo habe ich sie nur vergessen? Die Handschuhe. Den Schlüssel. Den Kugelschreiber. Solche Sachen.
Vielleicht liegt es beim raschen Vergessen von Vorsätzen daran, dass sie eben zu klein gefasst wurden. Es sind ja doch oft eher die Kleinigkeiten, die man zu ändern gedenkt – ein Nebenbei lediglich im Leben. Aber im Grundsätzlichen sei man ja ganz gut und zufrieden unterwegs.
Vielleicht müsste man also seine Vorsätze größer fassen – so groß nämlich, dass man sie nicht so rasch aus dem Blick verliert.
Da ginge es um eine ganz andere Art zu leben, so nämlich, wie man es guten Gewissens vor den Menschen auf der ganzen Welt und jenen gegenüber, die erst viel später auf unserer Erde leben werden, verantworten kann. Nur mit großen und tiefgehenden Vorsätzen ist es möglich.
Ein Leben in zufriedener Genügsamkeit wäre das. Eine Riesensache! Bei jedem Ding, das ich kaufe, drängt es sich in den Sinn. An zu kleinen Vorsätzen könnte die Erde vorsätzlich kaputt gelebt werden.
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