BRIEF_KASTEN
Es fehle an Sauberkeit, Ehrlichkeit und Vollständigkeit, kritisierte Papst Franziskus die gegenwärtige Berichterstattung. Auch wenn seine unmittelbaren Zuhörerinnen und Zuhörer Mitglieder der in Österreich kaum bekannten katholischen „Gesellschaft vom heiligen Apostel Paulus“ waren, die sich 1914 der Verbreitung der christlichen Botschaft durch Massenmedien und moderne Kommunikationsmittel verschrieb, kann man sich als Mitarbeiterin in einem Kirchenmedium dadurch angesprochen und angefragt fühlen.
Es werde etwas gesagt, aber viele andere Dinge würden verschwiegen, so der Papst in einer seiner beliebten spontan gehaltenen Reden. Dem kann man nichts entgegenhalten. Wer schreibt, wählt aus, ja, muss auswählen. Unseriös wird es dort, wo das Gegenteil behauptet wird: wenn suggeriert wird, man könne die Wahrheit vollständig darstellen oder erklären.
Sauber zu arbeiten ist tatsächlich ein Qualitätskriterium des Journalismus. Bewusst Informationen wegzulassen ist manipulativ. Aber zu meinen, man könnte immer alles sagen, ist ideologisch. Der Papst und der liebe Gott mögen Nachsicht haben. Wir geben unser Bestes. Nicht mehr und nicht weniger.
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>