BRIEF_KASTEN
Die Anschuldigungen sind nicht nur für die katholische Kirche in der Schweiz Zündstoff: Gegen sechs Schweizer Bischöfe liegen Vorwürfe der Vertuschung von Missbrauchsfällen vor. Einem Bischof wird zusätzlich vorgeworfen, einen Jugendlichen sexuell belästigt zu haben.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht in den Vertuschungsfällen, sehr wohl aber dort, wo es um sexuelle Belästigung geht. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Leider erwecken die betroffenen Schweizer Bischöfe stark den Eindruck, dass sie in der Hoffnung lebten, mit ihrem eisernen Schweigen durchzukommen. So erschütternd es nun sein mag, was ans Licht kommt, ist es dennoch positiv, wenn Vertuschung nicht mehr funktioniert.
Damit wird endlich eine schonungslose Aufklärung möglich und klar, welche Fehler begangen wurden. Die Lösungsstrategie des Vatikans, auch wenn sie bemüht ist, reicht dabei jedoch nicht. Denn nun ermittelt Bischofskollege Joseph Bonnemain gegen seine Mitbrüder, obwohl er auch bei besten Absichten natürlich befangen sein muss.
Um wirklich Wahrheit ins Licht zu bringen, wird es den Einsatz von der Kirche unabhängiger Institutionen brauchen.
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