BRIEF_KASTEN
Die Sicherheitsindustrie müsse sich heute nicht mehr selbst verteidigen, das Recht auf Verteidigung sei akzeptiert, sagte Oberösterreichs Militärkommandant Dieter Muhr am Rande eines Symposiums über Sicherheit und Wirtschaft (siehe Seite 5). Es stimmt, dass in Zeiten des Ukraine- und des Irankriegs deutlicher als bisher die Notwendigkeit der Verteidigung unseres Staates, seiner Menschen und unserer Art zu leben erkennbar ist. Aber der Ausbau der Sicherheitsarchitektur inklusive Aufrüstung darf nicht ohne gesellschaftliche Reflexion vonstattengehen.
Ein Beispiel für Reflexion gab der General des Zweiten Weltkriegs und US-Präsident Dwight D. Eisenhower. Als er 1961 – im Kalten Krieg – aus dem Weißen Haus schied, hielt er in seiner Abschiedsrede den damaligen gigantischen Ausbau des „militärisch-industriellen Komplexes“ in den USA zwar für notwendig, sprach aber auch von weitreichenden Folgen für Politik und Gesellschaft, denen wachsam zu begegnen sei. Von der Dimension her ist Österreichs Rüstung zwar bei Weitem nicht mit jener der USA vergleichbar. Trotzdem gibt es Fragen, deren Behandlung wichtig ist: Was tun wir? Sind die Mittel verantwortbar und geeignet? Und nicht zuletzt: Was macht das mit uns?
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