BRIEF_KASTEN
„Das gehört ja verboten!“ Eine beliebte Phrase der Entrüstung ist leider nicht immer übertragen gemeint. Zu häufig und schnell werden Verbote als Lösung herbeigesehnt. Ein Sturm der Entrüstung entfachte sich in Zypern am Lied zum bevorstehenden Eurovision Song Contest: Eine junge Frau singt darin, dass sie sich in El Diablo verliebt habe (das spanische „El Diablo“ bleibt im englischen Lied unübersetzt, übersetzt bedeutet es Teufel). 20.000 Unterschriften gibt es mittlerweile gegen das Lied, das als blasphemisch bis ekelhaft bezeichnet wird. Abgesehen von der fragwürdigen Qualität des Liedes bleibt auch fraglich, ob der aufgebrachte Kampf dagegen tatsächlich die Welt verbessert. Das Lied genießt mittlerweile weltweit Aufmerksamkeit und Popularität – gerade wegen der Widerstände von Kirchenvertreter/innen, die sich darum bemühen, dass die Regierung den Beitrag verbietet. „Wann wird die Kirche sich aus dem öffentlichen Leben endlich zurückziehen?“, ist da noch einer der milderen Kommentare im Internet.
Nein, Kirche und Christ/innen sollen sich nicht aus dem öffentlichen Leben zurückziehen. Aber sie müssen verstehen, dass sie die Frohe Botschaft nicht mit Verboten verbreiten können.
Siehe auch:
BRIEF_KASTEN
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