BRIEF_KASTEN
Es ist eine Binsenweisheit, wenn es heißt, niemand entgehe dem Tod.
Dennoch trifft er uns jedes Mal hart, wenn Menschen aus unseren Familien oder aus dem Freundeskreis sterben. Wir haben im Leben gelernt, Probleme zu lösen, Alternativen zu suchen oder Kontakte neu zu knüpfen. Keine dieser Strategien, die uns so vertraut sind, wird dem Tod gerecht. Er steht uns als absolute Grenze gegenüber – nichts trennt so sehr wie der Tod. Seine Überwindung können wir nur von Gottes Allmacht erhoffen.
Doch selbst die gläubigsten Menschen durchleiden die Trauer, die der Tod hervorruft.
Durch die Trauer muss man hindurchschreiten, man kann sie nicht umgehen. Was aber sehr wohl möglich ist, ist Begleitung. In der Trauer nicht allein zu sein, gibt Kraft. Der Trauer im Gespräch „Luft zu machen“, erleichtert die Seele. Billige Vertröstungen nehmen die Trauer nicht ernst, echter Trost jedoch redet den Schmerz nicht klein, sondern hilft, ihn zu ertragen.
Es gehört zu den Kernkompetenzen von Seelsorgerinnen und Seelsorgern, in der Trauer für Menschen da zu sein – gerufen vom Gebot der Nächstenliebe, getragen von der christlichen Hoffnung, dass der Tod eben nicht das letzte Wort hat, sondern einer, der stärker ist als er. Zu Allerheiligen und Allerseelen darf die Trauer ihren Platz haben, aber auch die Hoffnung.
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