BRIEF_KASTEN
„Möchtest du eine Tasse Kaffee?“, fragt eine Nachbarin die andere. Diese lehnt dankend ab. „Zum Glück“, sagt die Erste, „dann kann ich heute noch duschen.“
Der Witz, den sich Menschen im belagerten Sarajewo während des Bosnienkriegs (1992–1995) erzählten, zeigt die Wasserknappheit, mit der sie zurechtkommen mussten.
Auch auf der anderen Seite der Front wurde dem Grauen mit Humor begegnet. Wenn das Pfeifen einer Granate vor dem Einschlag zu hören war, fragten sich die Jugendlichen zum Spaß: „Ist das meine?“ So erzählen Zeitzeug/innen.
Der griechisch-katholische Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk spricht in einem neuen Video über Humor. „Humor kann eine verheerende Waffe gegen unseren Feind sein“, meinte er. „Denn wenn wir uns nicht vor ihm fürchten, sondern uns über ihn lustig machen, dann verblasst er, weil er uns nicht mit seinen Ängsten einschüchtern kann.“
Sich über den Krieg lustig zu machen, klingt schräg, kann aber wirken.
Das „Osterlachen“ war mancherorts ein katholischer Brauch, bei dem man Tod und Teufel auslachte. Jesaja schilderte eine Zukunft ohne Schwerter. Panzer sollten auf Kinderspielplätzen stehen, als harmlose Klettergerüste, die ihre frühere Idee verloren haben.
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>