BRIEF_KASTEN
Blickt man in die Gesellschaft hinein, so wird ein Phänomen an verschiedenen Stellen sichtbar: Erschöpfung.
Sie trifft zunächst all jene Berufe, wo die Personalknappheit besonders hart ist, insbesondere in Medizin und Pflege. Sie trifft die Politik, wo kein Blick auf das große Ganze mehr erkennbar ist. Sie trifft das Beziehungsleben, wenn die Zahl der Singles steigt. In der Wirtschaft erkennt man Erschöpfung, wenn es nach Jahren der Krisen an stabiler Entwicklung mangelt. Auch die Kirche scheint mitunter müde zu sein.
Die Erschöpfung in diesen und anderen Fällen ist nachvollziehbar. In manchen Bereichen braucht es ganz konkrete Abhilfe, zum Beispiel bei den erwähnten Berufsgruppen, die mehr Mitarbeiter:innen benötigen. In anderen Bereichen fehlt dagegen das Vertrauen, dass Bemühungen sinnvoll sind.
Vielleicht sind Menschen deshalb erschöpft, weil sie in diesen oder jenen Bereichen keinen echten Sinn mehr sehen. Das bedeutet aber keineswegs, dass er nicht mehr da wäre: Wer nach ihm sucht, wird sich an ihn erinnern. Daher ist die gesellschaftliche Müdigkeit überwindbar, wenn man sich auf die Sinnsuche begibt.
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