BRIEF_KASTEN
Der Rauchfang. Die Therme. Das Auto. Der Feuerlöscher. All diese Sachen bedürfen einer regelmäßigen Überprüfung. Blutdruck und Blutzuckerspiegel auch. Man muss nicht jeden Tag an diese Sachen denken.
Das Hauptaugenmerk gilt schon dem Leben selbst. Dann und wann genügt.
Was bei den Dingen und bei der Gesundheit nützlich erscheint, mag auch in anderen Belangen gelten. Für die eigenen Einstellungen und Haltungen zum Beispiel.
Der Toleranzpegel bedarf einer gelegentlichen Prüfung: ob die Fähigkeit, Menschen mit anderen „Eigenarten“ offen zu begegnen, noch gegeben ist. Da hält sich jemand selbst für einen gutmütigen Menschen und merkt gar nicht, wie sich sein Herz mit der Zeit verhärtet hat. Es mag sein, dass das eine oder andere Ventil für den Zugang zu anderen verstopft ist – und man hat es noch gar nicht bemerkt.
Wenn sich nur mehr ganz selten ein Lächeln in die Gesichtszüge schreibt oder wenn all die täglichen Vorkommnisse nur mit mürrischem Raunzen zur Kenntnis genommen werden, so sind das Abnutzungserscheinungen. Höchste Zeit, etwas zu tun.
Oder die Gelassenheit: Wer in allem gleich heiß läuft, gerät schnell in Gefahr, auszurasten.
Da wäre dann ein „Feuerlöscher“ gefragt. Nur müsste er halt auch gewartet sein – mit Versöhnungsbereitschaft gegen den Rost der Sturheit.
Die Grundtugenden des Lebens bedürfen der gelegentlichen Prüfung – damit man sich auf sich selbst und die eigenen Tugenden verlassen kann. Man darf sich mindestens so viel wert sein, wie sein Kamin, das Auto oder ein Feuerlöscher es sind.
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