BRIEF_KASTEN
94,5 Prozent der Delegierten haben beim Diözesanforum am Wochenende dem Bischof die Umsetzung der Pfarrreform in der Diözese Linz empfohlen. Das ist ein beeindruckendes Signal, weil es sehr hohe Zustimmung zeigt und dennoch nicht an der Unglaubwürdigkeit „nordkoreanischer“ Wahlergebnisse leidet.
Damit liegt der Ball bei Bischof Manfred Scheuer, dem das Kirchenrecht die Bürde auferlegt, eine Entscheidung treffen zu müssen. Er und Generalvikar Severin Lederhilger werden dazu den bisher schon gepflogenen Dialog mit vatikanischen Stellen fortsetzen. Diese Transparenz ist zweifellos der beste Weg, Unstimmigkeiten schon von vorneherein vorzubeugen. Denn eine Situation wie in der deutschen Diözese Trier, wo die Pfarrreform derzeit auf römisches Geheiß ausgesetzt ist, kann kein Verantwortlicher wollen.
Das gilt aber nicht nur für die Diözese Linz, sondern auch für den Vatikan: Ein erneuter Stopp einer Reform in einer deutschsprachigen Diözese würde das Projekt des Papstes, den Ortskirchen mehr Freiraum zu lassen, in Frage stellen. Welche Diözese würde sich noch aufraffen, nach Zukunftswegen zu suchen? Nicht zuletzt deshalb wird man auch in Rom viel guten Willen für das Linzer Projekt aufbringen. Die eine oder andere kleine Korrektur mag es vielleicht geben. Von einem Totalstopp ist nicht auszugehen.
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