BRIEF_KASTEN
„Denn gerade als Gesundheitsminister ist es wichtig, die Gesundheit aller ernst zu nehmen, auch die eigene.“ Mit diesem beeindruckend ehrlichen und richtigen Satz hat sich Rudi Anschober als Gesundheitsminister verabschiedet. Ihm ist an dieser Stelle das Beste für die Zukunft zu wünschen.
Anschober hat etwas sehr Wichtiges ausgedrückt: In der Politik sollte sich niemand aufopfern müssen. Natürlich ist Politik extrem fordernd, gerade an der Spitze von Staat und Parteien. Das sieht man auch daran, wie manche Menschen nach dem Austritt aus der Politik aufleben, frischer und, ja, gesünder wirken. Achten Sie einmal darauf, denn es zeigt, wie sehr Politik fordert.
Aber Politik darf niemanden derart ruinieren, dass er oder sie sich nicht mehr erholen kann. Natürlich gab und gibt es dieses Phänomen. Richtig ist es aber nicht. Politik ist kein Opferkult. Damit ist aber nicht nur gemeint, dass man sich nicht selbst zum Opfer machen soll. Genauso wenig darf man in der Politik jemanden anderen zum Opfer machen, etwa indem man Sündenböcke für eigenes Versagen sucht. Politiker wären gut beraten, sich mit Ethik im politischen Handeln zu befassen. Man beachte: Die Trennung von Moral und Politik, die Niccolò Machiavelli an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert vertrat, ist heute indiskutabel. Denn in einer Demokratie beschädigt diese Haltung die Politik selbst.
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