BRIEF_KASTEN
An meinem Namenspatron fasziniert mich, dass er sowohl der „Fels“ als auch der „Kleingläubige“ ist, der es am See Genezareth nicht wahrhaben wollte, dass er übers Wasser gehen kann. Besonders hab ich diese Ambivalenz bei der Abschlussprüfung meines Orgelstudiums gespürt. Eine Triosonate von Bach stand am Programm, deren Live-Aufführung für Organisten immer Stress bedeutet. Wacker stieg ich aus dem Boot und warf mich beherzt in die Wogen der Musik. Alles gut. Doch gegen Ende kippte ich plötzlich in die Selbstbeobachtung und wollte – gleich wie Petrus – nicht wahrhaben, dass der schwierige „Gang übers Wasser“ gelingt. Mir riss innerlich der Faden und ein totaler „Ausstieg“ war vorherzusehen. Doch dann, ein kleines Wunder: Die Hände haben einfach fehlerfrei weitergespielt. Es muss also mein Namenspatron gewesen sein, der mir hier einerseits „Kleingläubigkeit“ zeigte, der mir aber auch rechtzeitig wieder „felsen“-festen Boden unter die Füße schob.
BRIEF_KASTEN
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