BRIEF_KASTEN
Seit Wochen wird in der Öffentlichkeit heftig diskutiert, was das Wort „normal“ und die schweigende Mehrheit der „normalen Leute“ bedeuten. Sogar der Bundespräsident hat sich mit dem Hinweis auf den „nicht normalen“ Mozart zu Wort gemeldet.
Da liegt natürlich die Frage nahe: Wer ist ein normaler Katholik, eine normale Katholikin? Sind das Getaufte, die verlässlich die Kirchensteuer zahlen? Oder gehört zum „normalen Katholischsein“ der Besuch der Sonntagsmesse dazu, vielleicht sogar die Mitgliedschaft in der Katholischen Aktion?
Wenn junge Christ:innen im Glauben Feuer fangen und in eine Ordensgemeinschaft eintreten, fragt man sich umgehend, ob das noch zum „normalen Christsein“ zählt oder bereits in die Kategorie nicht normal, merkwürdig und spektakulär fällt. Diese Worte finden sich nämlich im Lexikon für das Gegenteil von „normal“.
Wie auch immer: Der Begriff „normal“ ist denkbar ungeeignet, um christliches Leben zu beschreiben. Wirklich treffend charakterisiert die Passage aus einem Hochgebet (in alter Fassung) „normale Christen und Christinnen“: „Barmherziger Gott, lass die Gläubigen die Zeichen der Zeit verstehen und in der Treue zum Evangelium wachsen.“
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