BRIEF_KASTEN
Diese Entscheidung ist – Standhaftigkeit vorausgesetzt – richtig: Erstens hat dieser Krieg keine juristische und keine ausreichende ethische Grundlage. Zweitens will sich niemand einem derart dilettantischen „Feldzug“ anschließen. Drittens muss Europa ohnehin schon die Unterstützung für die von Russland überfallene Ukraine gewährleisten.
Natürlich spürt Europa den Krieg im Nahen Osten: jetzt an der Zapfsäule, mittelfristig auch wirtschaftlich. Und das ist nicht der einzige Preis, den der Kontinent trotz oder wegen seiner Zurückhaltung zahlen muss: Zum Beispiel drohen die Beziehungen zu den USA noch schlechter zu werden.
Tatenlos muss Europa aber nicht bleiben: Es kann das in seiner Macht Stehende tun, um einen Waffenstillstand zu unterstützen – wobei klar sein muss, dass das keine Unterstützung für Irans Regime bedeutet. Es kann an seiner eigenen militärischen und wirtschaftlichen Resilienz arbeiten. Es kann die Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas verringern. Und es kann Beziehungen zu anderen Weltgegenden ausbauen: Lateinamerika, Indien, Ozeanien.
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