BRIEF_KASTEN
Ob es gefährlich sei, Menschen und menschliche Handlungsweisen in „normal“ und „nicht normal“ einzuteilen, wurde in der letzten Zeit vor allem in der Politik diskutiert.
Die Gerichtsverhandlung über homo- und islamophobe Graffitis in Wels vergangene Woche zeigt nun deutlich, warum solch eine Kategorisierung tatsächlich eine Gefahr darstellen kann: In den Aussagen des Angeklagten wurde Heterosexualität als normal, Homosexualität als nicht normal bezeichnet. Und wer in diesem Sinne nicht „normal“ sei, der kommt nach dieser „Logik“ in die „Hölle“. Welch schlimmes Welt- und Gottesbild!
Allerdings sollte man aus römisch-katholischer Sicht nicht allzu leichtfertig nur auf andere zeigen: Im nach wie vor gültigen Weltkatechismus werden homosexuelle Handlungen als „nicht in Ordnung“ und unter einem theologisch überholten Verweis unter anderem auf den Apostel Paulus als „schlimme Abirrung“ bezeichnet. Ist das so weit weg von „abnormal“?
Es wäre hoch an der Zeit, dass Rom diesen Spuk beendet. Bis dahin ist es ein Glück für die Kirche, dass der Katechismus gesellschaftlich ziemlich unbekannt ist.
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