BRIEF_KASTEN
„Nennen Sie Gründe, warum österreichische Bildungspolitik an der Wende vom 20. auf das 21. Jahrhundert nur langsame Reformschritte hervorbrachte!“
Vielleicht ist das in 75 Jahren eine Maturafrage – falls die Matura dann noch so abläuft, denn die Wiener SPÖ will sie in ihrer derzeitigen Form abschaffen („sozialselektiver Charakter“).
Widerstand kommt von der ÖVP („brauchen kein kommunistisches Bildungssystem“) und der FPÖ („Anti-Leistungsfundus“). Die Bundes-SPÖ hat „andere Prioritäten“.
Dieser kurze Überblick bringt die Maturant:innen des Jahres 2098 ihrer Antwort näher: Zur Inflexibilität der Bildungspolitik tragen – neben einem Hang zur Besitzstandswahrung – ideologische Haltungen einen großen Teil bei.
Die Alternative wäre ein pragmatischer Zugang. Dann könnte man ohne Schaum vorm Mund diskutieren, wie man junge Menschen bestmöglich auf Leistungen vorbereitet, die Leben und Beruf ihnen sicher abverlangen werden, und die Frage stellen, inwieweit das derzeitige Schulsystem die Vorbereitungsleistung dafür erbringt.
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