BRIEF_KASTEN
Beim Blick nach oben zum Stephansdom kam Billi Thanner blitzartig die Idee zu einer „Himmelsleiter“, die symbolisch für Hoffnung und Zuversicht steht. „Sie soll uns Menschen den Glauben an das Gute nicht verlieren lassen – gerade auch jetzt in den schwierigen Zeiten von Corona.“ Die biblische Grundlage für die Himmelsleiter findet sich im Alten Testament. Im Traum sieht Jakob auf einer Leiter, die von der Erde bis in den Himmel reicht, Engel Gottes auf- und niedersteigen. Billi Thanner erinnert sich mit diesem Bild vor Augen an ihre Kindheit. „Ich war ein ängstliches Kind, und meine Oma sagte oft zu mir, die Engel würden mich von allen Seiten beschützen. Das hat mich beruhigt. Ich glaube, dass sie auch heute noch über mich wachen“, erzählt die 48-Jährige, deren Bandbreite ihres künstlerischen Schaffens von Malerei über Skulptur bis hin zu Installationen und Performances reicht.
Die Sprossen der Leiter können als Sinnbild für die verschiedenen Wege des Lebens stehen, sagt Billi Thanner. Es sei ein ewiges Auf und Ab und „es kommt darauf an, wie wir unser Leben leben, egal auf welcher Sprosse. Wichtig ist, dass wir uns nicht über andere erheben. Das sollten wir, wenn wir auf der obersten Sprosse angekommen sind, gelernt haben.“ Dompfarrer Toni Faber und das gesamte Domkapitel waren schließlich begeistert von Billi Thanners Kunstinstallation, die im Inneren des „Steffls“ beginnt und nach außen bis zur Südturmspitze in den Himmel führt. Bestaunen kann man die „Himmelsleiter“ vom 3. April bis 31. Mai.
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