BRIEF_KASTEN
Die Terrororganisation Hamas hat am Wochenende Israel angegriffen. Israels Regierung hat den Kriegszustand ausgerufen. Menschen sterben.
Aber niemand, der die Situation in Israel und den Palästinensergebieten beobachtet, wundert sich darüber. Genau das macht den israelisch-palästinensischen Konflikt so hoffnungslos: Mit jedem Jahr wird eine Lösung unwahrscheinlicher.
Die Hamas, die den Gazastreifen beherrscht, hat sich schon lange in eine Haltung manövriert, die kein Ende der Gewalt zulässt. Sie vertritt eigene Interessen, nicht jene der Palästinenser:innen. Die Regierung von „Palästinenserpräsident“ Abbas im Westjordanland scheint ohnehin nur noch Zuschauer zu sein.
Israels rechtsgerichtete Koalition wurde vom Hamas-Angriff völlig überrascht, aber das hat eine Vorgeschichte: Seit Jahren haben sich nicht wenige Politiker in Israel mit der Gewissheit begnügt, militärisch am längeren Ast zu sitzen. Das stimmt zwar, bedeutet aber nur, dass man in Konflikten die Oberhand behält – nicht, dass man sie völlig verhindern kann.
Auch der aktuelle Krieg wird – hoffentlich bald – wieder ein Waffenstillstand werden. Aber dieser Waffenstillstand wird kein Friede sein.
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