BRIEF_KASTEN
Mut gehört dazu, eine Gemeinschaft von 1,38 Milliarden Mitgliedern nicht bloß autoritär zu führen, sondern ausgewählte Mitglieder in die künftige strategische Ausrichtung der Organisation miteinzubeziehen. Papst Franziskus hat diesen Mut. Mit Sicherheit denken Vorstandsvorsitzende von Weltkonzernen wie China National Petroleum oder Royal Dutch Shell nicht einmal im Traum an ein solches Vorgehen. Da wird durchregiert, die Unfehlbarkeit von Konzernschefs wirklich gelebt. Im Vergleich zur Wirtschaft und auch zu Staaten geht Papst Franziskus mit der katholischen Kirche einen herausfordernden Weg. Hört man, was die Teilnehmer:innen der Synode erzählen, ist das ein faszinierender Weg. Die Stimmen aus Rom überschlagen sich vor Begeisterung. So euphorisch die Stimmung auch sein mag, jetzt ist einmal die erste Halbzeit gespielt. Entscheidend wird das Ergebnis im Herbst 2024 sein und die Bereitschaft des Papstes, daraus Konsequenzen zu ziehen. Denn die Synode ist ein Beratungs-, kein Entscheidungsgremium. Noch ist alles offen. Die Einschätzung eines Teilnehmers wie des deutschen Theologen Thomas Söding lässt aber hoffen. Er sagt: „Ein wichtiger, erster Schritt und auch ein Durchbruch.“
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>