BRIEF_KASTEN
Früher endete das Weihnmachtsevangelium mit dem Wunsch „Friede den Menschen, die guten Willens sind“. Das hing mit einem lateinischen „Zwischenschritt“ des Übersetzens zusammen.
Heute ist im Bibeltext von „Menschen seines Wohlgefallens“ die Rede. Doch falsch war das mit dem „guten Willen“ nicht, denn das Evangelium ruft dazu auf, den Willen Gottes (vgl. Mt 7,21) zu tun: „Alles, was ihr wollt, dass auch die Menschen tun, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.“ (Mt 7,12). „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.“ (Mt 22,37–40)
Gemeinsam ist all dem, dass der gute Wille nicht selbstsüchtig ist, sondern offen gegenüber Gott und mit einem Blick auf die Wohlfahrt der Mitmenschen.
Würden wir Menschen so handeln, gäbe es keinen Streit ohne Versöhnung, keine Gewalt, keinen Machtrausch, keinen Krieg ... Gäbe es genug guten Willen, wäre Friede nicht nur ein Wunsch, sondern die zwangsläufige Folge.
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