BRIEF_KASTEN
Nach Silvester ging ein Video durch das Internet: Papst Franziskus wurde darauf von einer Frau festgehalten und riss sich von ihr los, indem er ihr auf die Hand schlug. Eine zweifache Botschaft schickte er damit völlig unreflektiert:
1. Auch ich habe Grenzen. Bitte nicht überschreiten.
2. Ich bin nicht der liebe Gott und will nicht abgöttisch verehrt werden. Die Botschaft war aber nicht wie bei Päpsten erwartet fein ausformuliert, sondern körperlich, spontan. Was hätte Jesus vom Kreuz herunter also vielleicht geantwortet? Zunächst wohl ein mildes „Franziskus ...“, und der hätte mit zerknirschtem Blick nach oben gesagt: „Ich weiß, das kam nicht gut am Video ... na gut, es war nicht die feine englische Art ... na gut, nächstes Mal setze ich Grenzen, bevor ich zornig werde.“ Dass er sich gleich am nächsten Tag entschuldigte für die unpäpstliche Geste, ist eine feine Geste. Wer weiß, wie die Botschaft bei der Frau vom Petersplatz ankam? Wer weiß, welche Entschuldigungsbitten sie in ihrem Herzen schon gesprochen hat? Grenzen achten gehört zum respektvollen Umgang einfach dazu.
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