BRIEF_KASTEN
Wer eine Reise tut, hat viel zu erzählen. Der Kopf ist voll mit Bildern, Eindrücken und Liedern: Das Lied „Nada te turbe“ nach einem Text von Teresa von Ávila haben wir während der Leser:innen-Reise nicht nur einmal gesungen, und noch beim Einschlafen hörte ich das Lied „Nichts beunruhige dich, nichts ängstige dich: Wer Gott hat, dem fehlt nichts. Gott allein genügt.“
Was sich etwa in Spanien in den vergangenen 2000 Jahren abgespielt hat, zeigen uns heute noch die Architektur und die Kunst von damals. Die prachtvollen Kirchen und Bauten sind voll mit Besuchern – hauptsächlich Tourist:innen aus Europa und Asien, die die historischen Glaubensbekenntnisse aus Stein bestaunen.
Dass auch in Spanien der Kirchgang und der Messbesuch zurückgegangen sind, hat der örtliche Reiseleiter mehrmals kritisch und etwas verzweifelt bemerkt. Ich fühle mit ihm. Ich selbst bin immer wieder beeindruckt davon, was Kirche an Kultur- und Glaubensschätzen zu bieten hat – und hätte. Vieles wird nicht mehr gesehen oder lässt sich nicht mehr vermitteln. Kirche hat an Vertrauen und Glaubwürdigkeit eingebüßt. Aktuell liegt die Kirche beim Vertrauensindex – Vertrauen in Institutionen – bei minus 30 Prozentpunkten. Nur soziale Medien und die Regierung sind noch schlechter angeschrieben.
Ein Sänger sagte kürzlich: „Wir haben keine Lösungen, wir haben Lieder.“ Für heute bleibt mir nur „Nada te turbe“. Immerhin.
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