BRIEF_KASTEN
Gertrud von Helfta (1256–1302) gehört mit Mechthild von Magdeburg (1207–1282) und Mechthild von Hackeborn (1241–1299) zu den großen deutschen Mystikerinnen. Seit ihrem fünften Lebensjahr lebte sie im Zisterzienserinnenkloster Helfta, wo sie von der Äbtissin Gertrud von Hackeborn (1231–1291), der Schwester der hl. Mechthild von Hackeborn, eine gute theologische Ausbildung erhielt. Die Christusverbundenheit Gertruds vertiefte sich seit 1281 durch mystische Erlebnisse, die sie ab 1289 aufzuschreiben begann. Sie sind in den fünf Büchern des Legatus divinae pietatis („Gesandter der göttlichen Liebe“) zusammengestellt. Ein anderes wichtiges Hauptwerk sind die Exercitia spiritualia („Geistliche Übungen“). Ihre Schriften enthalten zahlreiche Gedanken über das Geheimnis der Eucharistie und des Herzens Jesu. Auszüge davon fanden Aufnahme in das erbauliche Schrifttum und beeinflussten die katholische Frömmigkeit des 16.–19. Jahrhunders. Zahlreiche Anrufungen der heutigen Herz-Jesu-Litanei gehen auf sie zurück. Ihre Liebe zu Christus fand eine Entsprechung in ihrer Liebe zu ihren Mitmenschen, denen sie eine geduldige Zuhörerin, Ratgeberin und Trösterin war.
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