BRIEF_KASTEN
Hierzulande sagen die einen nun: „Seit 2015 haben wir uns mit den Asylwerbern Probleme ins Land geholt.“ Die anderen sagen: „Die Tat von Einzelpersonen darf nicht zur Bestrafung der Gruppe führen.“ Wer hat recht?
Beide. In jeder größeren Menschengruppe gibt es potentielle Straftäter. Es ist logisch, dass die Migration auch solche Menschen ins Land gebracht hat. Die Probleme mit afghanischen Tätern in der Strafrechtsstatistik dürfen nicht ausgeblendet werden. Aber es ist nicht zu akzeptieren, tadellose Menschen aus dieser Gruppe für das Verhalten anderer leiden zu lassen. Das eigentliche Problem ist, dass wir uns in Österreich nicht sinnvoll mit dem Thema befassen. Jene Politiker/innen, die jetzt nach Gesetzesverschärfungen rufen, könnten sich fragen, was sie in den Jahren taten, da sich die Asylverfahren – auch jene zur Abschiebung von Straftätern – angestaut haben. Und jene Personen, die meinen, ein reiches Land wie Österreich müsse sich die Aufnahme von mehr Menschen leisten können, könnten sich fragen, ob es nur eine Geldfrage ist. Aufnahme setzt den gesellschaftlichen Willen zur Auseinandersetzung voraus. Der ist aber mehrheitlich nicht erkennbar.
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>