BRIEF_KASTEN
Erdäpfel, Mehl, Grieß, ein Ei, Butter und Salz. Das wären die Zutaten für Erdäpfelnudeln. Man isst sie mit Apfelmus oder mit Sauerkraut, je nach Saison und Belieben. Erdäpfelnudeln sind nicht gleich Erdäpfelnudeln: Je nach Koch oder Köchin schmecken sie – obwohl doch alle aus den gleichen Zutaten bestehen – recht unterschiedlich.
Menschen leben in derselben Gegend und Zeit, hören dieselben Nachrichten, lesen, was in ihren Zeitungen steht, haben dieselben Schulen besucht, und doch haben sie aus den gleichen oder ähnlichen Lebenszutaten ihren Lebenskuchen ganz unterschiedlich gebacken. Die eine hat daraus ein offenherziges, hilfsbereites und fröhliches Wesen entwickelt, ein anderer ist zurückhaltend oder gar ein Griesgram geworden. Da gibt es die Mutigen ebenso wie die Ängstlichen.
Glück oder einfach nur Pech gehabt? Vielleicht ist es auch im Leben so wie beim Kochen: dass es sehr darauf ankommt, wie man die Zutaten seines Lebens in Verbindung bringt, was man also aus ihnen macht und wie man es tut. Ob man sich einfach gehen lässt oder ob man sich anstrengt, das Beste daraus zu machen.
Vielleicht liegt es, wenn einem der eigene Lebenskuchen nicht recht schmecken will, daran, dass eine Zutat ausgelassen wurde? Auf das bisschen Butter käme es ja nicht an. Viele verzichten heute auf die Glaubenszutaten, weil ihnen alles, was mit Kirche in Zusammenhang steht, verdächtig erscheint. Und sie wundern sich und kommen nicht darauf, woran es liegt: Aber da fehlt etwas.
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