BRIEF_KASTEN
Seit 1936 wird Fußball im TV live übertragen. Männerfußball war jahrzehntelang das Maß der Dinge. Überirdische Spielergagen, Skandale und Korruption beim Fußballverband FIFA sind als störende Begleitmusik zu hören, haben aber dem Fußball nichts anhaben können.
Auch Frauen kicken seit Jahrzehnten, früher oft unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dies hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Generell ist das Interesse an Sportlerinnen in Disziplinen, die früher Männern vorbehalten waren, gestiegen. Seit einigen Jahren wird Frauenfußball auch im TV geboten. Dass die Spanierinnen die Frauenfußball-Weltmeisterschaft gewonnen haben, ist nun eine Top-Meldung.
In die Jubelchöre über die sportliche Leistung mischen sich aber Misstöne: Ein Kuss auf den Mund dominiert die Schlagzeilen. Zuerst herzt und umarmt Spaniens Verbandspräsident Luis Rubiales die Spielerinnen auf dem Rasen, dann packt er die Nr. 11 Jennifer Hermoso bei den Ohren und küsst sie auf den Mund.
Hätte er das bei Kollegen auch getan? Sicher nicht. Der 33-jährigen Spielerin hat das in ihrer ersten Reaktion nicht gefallen. Mir auch nicht. Es gibt noch viel Aufbau- und Bewusstseinsarbeit. Nicht nur beim Fußball.
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