BRIEF_KASTEN
Sie zeigen denselben Ort, nur im Abstand von 60 Jahren: Auf dem ersten Bild ist ein Kind zu sehen: Die Mutter hat es vor das Kreuz gesetzt, auf dem Weg zwischen zwei Dörfern, „um Trost zu finden und eine Bitte zu sprechen“.
Versäumt. Der Vater, so schreibt Zauner, war unter der Woche und auch an viele Sonntagen „unterwegs in der Fremde“. Auf dem anderen Bild sind nur mehr das einfache Kreuz und der Baum zu sehen, den Weg gibt es nicht mehr. Der junge Vater, berichtet der Leser, sei heute ein alter Mann. „Er besucht öfter das verwitterte Holzkreuz und hat dabei Reue und Heimweh, wenn er das schöne und heimelige Bild von vor 60 Jahren innerlich sieht, als er gedankenlos das junge Familienglück unwiederbringlich versäumt hat.“
Dank. Herr Zauner möchte sich mit diesen Gedanken bei den Müttern bedanken: „Was wäre die Welt, wenn uns Gott nicht die Mütter gegeben hätte.“ Und er findet Worte des Trostes: „Wir sehen uns wieder bei Gott. Der Vater merkt eine tröstende Hand, die unentrinnbar in seine jetzige Einsamkeit greift. Lassen wir uns berühren von der Liebe. (...) Liebe ist die Berührung von Gott zu den Menschen und damit von Mensch zu Mensch.“
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>