BRIEF_KASTEN
So hört man oft die Kritik an katholischen Gottesdiensten. Leidfrei und problemlos – so wünschte man sich ja das Leben. Aber so ist es nicht.
Die Karwoche steht bevor. Wer die Gottesdienste im vollen Programm mitfeiert, wird die Leidensgeschichte Jesu gleich zweifach zu hören bekommen. Am Palmsonntag aus dem Matthäusevangelium, am Karfreitag nach Johannes. Gerade in der schönsten Zeit des Aufblühens und der Lebensfreude werden Christinnen und Christen mit Tod und Leid konfrontiert.
Man muss nicht in die Kirche gehen, um dem Leid zu begegnen. Im Übermaß ist es in der Welt zu finden. Doch in den Kirchen wird in der österlichen Zeit nicht das Leid um des Leidens willen, sondern die Erlösung verkündet.
Es ist wie beim Arzt, der die Wunde und Krankheit genau anschauen muss, um den Weg einer Heilung zu finden.
„Erlösung“ – dieser Begriff scheint aus dem Blickfeld der heutigen Zeit gefallen zu sein – wo man doch alles selber zu schaffen meint.
Aber wie tröstlich ist es, auf Erlösung aus den vielfachen Verstrickungen hoffen zu dürfen. Ostern erzählt die Geschichte Jesu, der dem Leid nicht aus dem Weg gegangen ist – es auch nicht anderen zugeschoben hat, um sich selbst davon frei zu halten –, sondern es auf sich genommen hat. Die Leidensgeschichte ist zur Lebensgeschichte – zur Hoffnung der Menschen – geworden.
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