BRIEF_KASTEN
Ein brutzelndes Geräusch aus dem Zählerkasten weckte uns am Wochenende in aller Früh. Der Mann vom Elektronotdienst sollte dazu eine halbe Stunde später zuerst nur sagen: „Ui, ui, ui, das ist wirklich schlecht.“
Ja, die Lage war dramatisch. Ein Wasserschaden durch ein Leck bei der neuen Fußbodenheizung hatte die Elektroschaltungen komplett ruiniert. Glück im Unglück, dass wir nicht abgebrannt sind. Die Gefahr ist mittlerweile gebannt, alles gut ist aber noch lange nicht.
Als wir unser Haus zu renovieren begannen, war ich noch guter Dinge, dass wir spätestens zu Weihnachten mit der Baustelle fertig sind. So der Plan, der nicht erst mit dem Wasserschaden spektakulär durchkreuzt wird.
Seit einigen Wochen schlafen wir auf der Matratze auf dem blanken Estrich, wo noch kein Boden drauf ist, weil unser erster Bodenleger ausgerechnet bei uns seine persönliche Krise ausleben musste. Ob „Ois is a Schas!“ auf die Baustelle bezogen war oder auf das ganze Leben, war schwer zu sagen. Und ob er unsere Baustelle verflucht hat, als wir uns von ihm trennten? Wie auch immer.
Damit sich unser Schicksal wenden möge, musste ich heute irgendetwas tun. Vom Büro aus habe ich auf die Schnelle online eine Kerze in der Basilika Mariazell anzünden wollen.
Was soll ich sagen? Die Kerze brennt immer noch nicht. Dass das laut Website an einem technischen Defekt liegt, werte ich mal als Ironie des Schicksals.
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