BRIEF_KASTEN
Gold: so teuer wie noch nie. Bitcoins – dieses seltsame Geld, das man nicht einmal in die Hand nehmen kann – im Höhenflug. Auf Bitcoins und Gold setzen also Menschen ihr Vertrauen. Der Moment ist günstig, denken sie – und wissen zugleich: Es sind schwankende Kurse. Dem Höhenflug kann ein Fall folgen. Man weiß es nie.
Aber immerhin haben Menschen sie doch nicht verlernt: die Kunst des Vertrauens. Es ist bloß die Frage: worauf? Vertrauen ist nicht nur gefragt bei schwankenden Kursen, bei denen man stets den rechten Moment erwischen muss und auch rechtzeitig wieder abstößt.
Vertrauen ist auch eine Grundfähigkeit im Glauben. Worauf setze ich im Leben, vor allem: auf wen? Eine Vertrauenssache ist es. Doch anders als beim Vertrauen im Feld der schwankenden Kurse geht es in diesem um ein Grundvertrauen schlechthin. Es erweist seine Kraft auch – gerade sogar – in der Bedrohung und in der Krise. Dann also, wenn man unten ist.
Den dritten Adventsonntag begehen Christinnen und Christen als Sonntag der Freude. Sonntag „Gaudete“, lateinisch. Das ist der Grund: Sie wissen ihr Leben in Gottes Hand. Worauf sie ihr Vertrauen setzen, hat viel, alles sogar, mit Freude zu tun. Und diese Hand lässt dich nicht fallen.
Ein Grundvertrauen ist es: Hab keine Angst. Es wird gut. Das Gold deines Lebens, worauf du dich wirklich verlassen kannst, kennt nicht die Kursschwankungen. Dieser Kurs fällt nicht. Er zeigt seine Kraft sogar, wenn du unten, ganz unten bist. Selbst im Fallen kommst du an – bei der Freude.
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