BRIEF_KASTEN
Der Herbst hat so heiß begonnen, dass es viel Talent zur Verdrängung braucht, um gar nicht an die Klimakrise zu denken. Urlaub mit dem Zug ist also grundsätzlich eine gute Sache. Wir haben es probiert: von Linz über Deutschland nach London.
Ich würde in dieser Kolumne gerne schreiben, dass alles bestens funktioniert hat. War aber nicht so. Erstes Teilziel Bahnhof Dortmund, Durchsage Zugführer kurz vor dem Aussteigen: „Tut uns leid für die Stunde Verspätung und dass fast alle Klos auf der Fahrt kaputt gegangen sind.“
Ein paar Tage sind wir in Deutschland und lernen, dass Bahnverbindungen hier sowieso kaum pünktlich sind. Infos dazu oder gar Entschuldigungen gibt es selten. Danach kommt es schlimmer. Weiterfahrt mit dem ICE nach Brüssel: Der ist nicht verspätet, nein, er fällt überhaupt ersatzlos aus. Die Bahnmitarbeiterin sagt abgebrüht zu uns: „Im Auto stehen Sie auch im Stau.“
Die Reise geht nach einer kurzen Streiterei in überfüllten Regionalzügen weiter. Das Abenteuer endet gut, wir kommen zwar mehr als eine Stunde später nach Brüssel, aber dank eines Bahnhofsprints und mit viel Glück ergattern wir im nächsten Zug nach London die letzten freien Plätze.
Fazit: Ich fahre immer noch gerne Zug. Aber um mehr Leute zum Zugfahren zu motivieren, müsste es halt ganz anders laufen, und die Bahnverbindungen sollten perfekt funktionieren. Hoffentlich dann im nächsten Sommer.
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