BRIEF_KASTEN
Bei vielen Gelegenheiten wünscht man es einander, fast beiläufig, wenn einem sonst gerade nichts einfällt. „Alles Gute!“ Was könnte man einem auch Besseres wünschen können als eben – das Gute. Alles davon sogar? Der Mensch lebt vom Guten. Glücklich, wer Gutes zu essen und trinken hat, auch gute Arbeit, und wer in guten Beziehungen leben kann. „Es geht mir gut!“, könnte ein solcher Mensch von sich sagen. Doch diese Antwort bekommt man erstaunlich selten zu hören. Fast verschämt, als wäre es ein Makel, sich gut in seinem Leben und seinen Umständen zu wissen. Am ehesten können dies Menschen, welche nicht zu den rundum Wohl- oder gar Überversorgten zählen. Häufiger bekommt man ein mürrisches Beseufzen zu hören: Zu viel zu tun, keine Zeit, der Druck, die miese Lage, die Politik, überhaupt, alles Sch... . Verschmutzt sich der Mensch nicht so das Nest, in dem er lebt – weil er einfach nichts gut sein lassen will? Alles Gute. Wahrnehmen muss man es. Es ist – blickt man sich um in der Welt – ein kostbares „Gut“ und keineswegs selbstverständlich. Das Gute tun, das Gute hoffen, sich vom Guten leiten lassen – und es auch gut sein lassen: Wer das kann, wird das Gute nicht als eine Beiläufigkeit seines Lebens empfinden. Ein solcher Mensch wird gütig sein.
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