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Inhalt:
Günther Lainer im KiZ-Gespräch

Weltberühmt in Linz

Kunst & Kultur

Gausl alias Günther Lainer ist ein Promi, so viel steht fest. Der Kabarettist ist nicht nur auf den heimischen Bühnen zu Gast, sondern auch bei der ORF-Rateshow „Was gibt es Neues?“.

Ausgabe: 15/2022
12.04.2022
- Elisabeth Leitner
Günther Lainers Blick auf die Welt: „Das Problem der Liebe ist die Realität“ oder „Beziehungsarbeit wird am Arbeitsamt nicht angeboten.“ – Das sind Zitate aus seinem erfrischenden Buch „Lebensweisheiten, die keiner braucht“.
Günther Lainers Blick auf die Welt: „Das Problem der Liebe ist die Realität“ oder „Beziehungsarbeit wird am Arbeitsamt nicht angeboten.“ – Das sind Zitate aus seinem erfrischenden Buch „Lebensweisheiten, die keiner braucht“.
© Volker Weihbold

Jetzt hat er ein Buch mit „Lebensweisheiten, die keiner braucht“ präsentiert. Wir stellen ihn trotzdem vor. 

 

Sie sind Kabarettist, Schauspieler, auf der Bühne und im Fernsehen präsent. Seit wann schreiben und sammeln Sie auch Lebensweisheiten?
 

Günther Lainer: Ein Drittel der Texte ist neu – die Entstehung ist auch der Pandemie geschuldet. Ich hatte plötzlich mehr Zeit zum Nachdenken. Zwei Drittel des Buches sind eine Sammlung meiner „Best of“-Texte, die ich früher im Verlag Resistenz mit Dietmar Ehrenreich herausgebracht habe. Er hat mich immer sehr motiviert zu schreiben. Leider ist er vor fünf Jahren überraschend verstorben, die Bücher sind vergriffen.  

 

Sie verschweigen Ihren Background als Religionslehrer nicht, machen auch mit Ihrem Kollegen Ernst Aigner Kirchen-Kabarett. Wie stehen Sie heute zur Kirche? 


Lainer: Es gibt die sogenannte Amtskirche. Da frage ich mich oft: Wo leben die? Da ist vieles nicht mehr zeitgemäß. Viele Kabarettkolleginnen und -kollegen kennen vor allem diese Seite aus den Medien. – Aber ich kenne auch viele Leute, die arbeiten an der Basis, sind bei den Menschen und machen tolle Projekte. Diese Kirche gibt es auch. Sie bringen das Christliche in die Welt: Solidarität, Gemeinschaft, sie betonen das „Wir“ anstatt des „Ichs“. – Jetzt würden wir das alles noch viel mehr brauchen! 
 

Wenn Sie in der Kirche etwas zu sagen hätten, was würden Sie als Erstes ändern?  


Lainer: Frauen sollten Priester werden können und das Pflichtzölibat würde ich abschaffen – und dann würde ich noch mehr zeitgemäße Texte in der Liturgie einbauen. Die Tagesgebete und Überleitungen sind sehr sperrig. Die biblischen Texte haben auch heute noch eine Kraft, aber nur die Predigt mit aktuellen Themen zu bringen und alles andere gleich zu lassen, ist zu wenig. 
 

Was sind die Themen, die Sie jetzt beschäftigen? 


Lainer: Das Coronavirus, der Krieg, der Klimawandel, das sind Themen, die die Menschheit bedrohen. Einen Wahnsinn finde ich, wie jeder nur auf sich schaut – auch in der Politik. Anstatt dass alle an einem Strang ziehen, schaut jeder auf seinen eigenen Vorteil. In der Politik geht man auf Wählerstimmenfang, anstatt gute Sachpolitik zu machen. Die Neidgesellschaft ist mir auch zuwider: Wir vergönnen niemandem etwas. Das wird durch die sozialen Medien sicher noch verstärkt.


Sie werden im Juli auch bei Klassik am Dom erstmals auf der Bühne zu erleben sein: als Erzähler beim „Karneval der Tiere“ gemeinsam mit dem Kammerorchester der Anton Bruckner Privatuniversität. Wie legen Sie das an?


Lainer: Es gibt hier verschiedene Fassungen von Loriot oder Sir Peter Ustinov. Ich habe meine eigene Fassung in Mundart geschrieben. Für mich wird das ein voll spannendes Projekt und ich freue mich sehr darauf, bei Klassik am Dom auf dieser großen Bühne zu stehen. Ich bin dann mit den Weltstars in Linz – und das passt, denn ich bin weltberühmt in Linz. 


Klassik am Dom für Kinder:

Karneval der Tiere, am 10. 7., 16 Uhr, mit KiZ-Vorteilskarte 
10 % Ermäßigung, Infos: www.kirchenzeitung.at/vorteilskarte


Buchtipp:

Günther Lainer: Lebensweisheiten, die keiner braucht. Schultz & Schirm 2022, € 22, erhältlich bei: gausl@gmx.at

„Waun ma sie voastöt dass ma steam is eigentlich  a Wahnsinn wie mia lebn“
„Waun ma sie voastöt dass ma steam is eigentlich a Wahnsinn wie mia lebn“
© Volker Weihbold
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