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Inhalt:

Abt Lukas Dikany: „Zu jedem guten Werk bereit“

Kunst & Kultur

Der Prämonstratenserorden feiert sein 900-Jahr-Jubiläum.

 

 

Ausgabe: 22/2021
01.06.2021
- Elisabeth Leitner
Stift Schlägl: Abt Lukas Dikany im blühenden Schöpfungsgarten. Er ist seit 2019 im Amt.
Stift Schlägl: Abt Lukas Dikany im blühenden Schöpfungsgarten. Er ist seit 2019 im Amt.
© Stift Schlägl

Dem Aufbau einer menschenfreundlichen Welt verpflichtet und in der Gottsuche dem Ordensgründer Norbert von Xanten nachfolgend: So sieht Abt Lukas Dikany die Prämonstratenser im Stift Schlägl.

 

„Wir sind berufen, den Menschen zur vollen Menschwerdung zu verhelfen und alles daranzusetzen, dass der Aufbau einer menschenfreundlichen Welt gelingt“, sagt Abt Lukas Dikany vom Stift Schlägl. In der ersten Juniwoche feiert der Prämonstratenserorden sein 900-Jahr-Jubiläum mit einer musikalischen Feierstunde und einem Gottesdienst. Besonders eingeladen sind alle vom Stift betreuten Pfarren und deren Pfarrangehörige, die den Namen Norbert tragen. Norbert ist der Ordensgründer der Prämonstratenser, der für Abt Lukas richtungsweisend ist: „Der Hl. Norbert ist mir ein Beispiel in der unermüdlichen Gottsuche und in der Ernsthaftigkeit der Umkehr, der Ausrichtung seines Lebens auf Jesus Christus. Für Norbert war nicht alles klar, als er sich innerlich auf den Weg machte, Christus nachzufolgen“, erläutert Abt Lukas. Diese Gottsuche helfe auch, den suchenden Menschen heute als Klostergemeinschaft gut zu begegnen: „Viele Menschen verstehen sich gerade im religiösen Bereich als Pilger, die spirituelle Erfahrung sammeln und weitergehen“, weiß Abt Lukas Dikany aus vielen Gesprächen und auch aus seiner Tätigkeit als Krankenhausseelsorger. Im Stift biete man Möglichkeiten der Begegnung, der Stille, des Austauschs: im Seminarzentrum, beim Chorgebet in der Liturgie und in „Gottes schöner Natur“, die rund um das Stift zu finden ist. „Unser Orden lebt nach dem Motto: ‚ad omne opus bonum paratus‘ – zu jedem guten Werk bereit.“ – Dies gilt für die Pfarrseelsorge, Seelsorge in Krankenhäusern und Altenheimen, in Schulen ... „Eben dort, wo wir notwendig sind“, meint Abt Lukas. 

 

Seit über 800 Jahren verbunden

Derzeit gehören 36 Mitbrüder der Ordensgemeinschaft an. „Wir sind als Stift mit der Region seit über 800 Jahren eng verbunden. Mit unseren Pfarren im Tal der Großen Mühl bilden wir eine Schicksalsgemeinschaft, die über Jahrhunderte ‚Freude und Hoffnung, Trauer und Angst‘ der Menschen teilt.“ Das Stift Schlägl ist auch ein großer Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber in der Region, 180 Menschen finden hier Arbeit – etwa in der Brauerei oder der naturnahen Waldwirtschaft.  

 

„Prämonstratenser Mozart“

Einen besonderen Stellenwert hat die Musik. Und wenn gefeiert wird, darf Musik nicht fehlen. Das musikalische Schaffen – von der Gregorianik und Chormusik bis hin zur Pflege der Musik an zwei Orgeln – im Stift Schlägl verdankt sich vor allem dem Wirken von H. Rupert Gottfried Frieberger, der im Herbst 2016 verstorben ist. Frater Ewald N. Donhoffer – er ist ausgebildeter Musiker und Chorleiter und studiert in Linz Theologie – wird nun am 5. Juni eine Feierstunde musikalisch gestalten. Sie wird auch mit ungehobenen Schätzen aufwarten: Werke des „Prämonstratenser Mozarts“ Isfrid Kayser werden erklingen. Der schwäbische Barockkomponist ist (noch) ein Geheimtipp. „Das erste Mal werden wir wieder in größerer Besetzung musizieren“, freut sich Fr. Ewald Donhoffer auf die musikalische Andacht mit dem Ensemble „musica.plagensis“. Die Erzählerin Luise Gündel wird zudem in das Leben des Hl. Norbert eintauchen und dieses in Episoden zu Gehör bringen. „Jede Heiligenlegende ist gespickt mit Besonderheiten“, weiß Donhoffer. Musik und Texte werden abwechselnd zu hören sein. «


Stiftskirche Schlägl: musikalisch gestaltete Feierstunde zum Hl. Norbert, 5. 6., 16 Uhr, Luise Gündel, musica.plagensis; Festgottesdienst „900 Jahre Prämonstratenserorden“, 6. 6., 10 Uhr 

 

 

900 Jahre Prämonstratenser


Ordensgründer Norbert von Xanten lebte von 1080 bis 1134. Seine geistige Entwicklung war in die damalige kirchliche Reformstimmung eingebettet. Als späteres Mitglied des Kollegiatsstiftes in Xanten scheiterte er mit seinem Reformvorhaben und machte sich auf die Suche nach neuen Wegen. Im Jahr 1121 gründete er auf Bitte des Bischofs Barthélemy von Laon im Tal von Prémontré sein erstes Kloster, das 1126 durch den Papst bestätigt wurde. Für die Gründung wählte Norbert die älteste lateinische Ordensregel, die des Hl. Augustinus von Hippo (354 bis 430): „Miteinander leben auf Gott hin“ 
Infos: www.stift-schlaegl.at

 

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