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Samuel hat Platz am Tisch

Gesellschaft & Soziales

Anna-Maria Marschner aus Gmunden steht  Familien in bolivianischen Elendsvierteln bei. Damit sie helfen kann, bittet sie, in der Fastenzeit einem bolivianischen Kind symbolisch Platz am eigenen Tisch zu geben und es „mitessen“ zu lassen. 
 

Ausgabe: 11/2019
12.03.2019
- Josef Wallner
Die Neue Mittelschule der Franziskanerinnen in Vöcklabruck macht bei der Fastenaktion von FAMUNDI für Kinder in Bolivien mit. Anna-Maria Marschner (sitzend) stellt den Schüler/innen und deren Religionslehrerin Sabine Stelzhammer die MZaterialen vor:
Die Neue Mittelschule der Franziskanerinnen in Vöcklabruck macht bei der Fastenaktion von FAMUNDI für Kinder in Bolivien mit. Anna-Maria Marschner (sitzend) stellt den Schüler/innen und deren Religionslehrerin Sabine Stelzhammer die MZaterialen vor:
© KIZ/JW

Kohlrabenschwarzes Haar, dunkle Augen – das Porträt des lächelnden zwölfjährigen Samuel ziert einen Pappteller. Samuel lebt mit seiner Mutter und einer Handvoll Geschwister in einem Armenviertel der Millionenstadt Santa Cruz in Bolivien. Dass er lachen kann, hat mit FAMUNDI zu tun, einer Hilfsorganisation, die Anna-Maria Marschner gegründet hat. Sie arbeitete in Santa Cruz als Volontärin in einem Kinderdorf. Die hautnahe Berührung mit dem Elend der Menschen ließ sie nicht mehr los, und sie begann, sich um Familien, meist um alleingelassene Frauen mit deren Kindern, anzunehmen. Aus ihrem Engagement ist ein Kindergarten entstanden, ein Hort, eine Schneiderei und die Begleitung von aktuell 33 Familien. Dass Samuel zu FAMUNDI – zu den „in Gott verbundenen Familien“, wie das Projekt heißt – gehört, ist ein Wunder. Er war das achte Kind. Die Mutter wusste nicht, wie sie ihn ernähren sollte. In ihrer Verzweiflung kaufte sie am Markt Rattengift, um ihren Jüngsten zu töten. Eine Sozialarbeiterin von FAMUNDI sah das und sprach die Mutter an. Seither hat sich das Leben von Samuels Familie von Grund auf verändert. Einige seiner älteren Geschwister haben dank FAMUNDI bereits einen Beruf erlernt, und auch die Mutter steht wirtschaftlich auf eigenen Füßen. „Haus des Segens“ heißt das Zentrum von FAMUNDI in Santa Cruz. Der Name beschreibt treffend, was von dort mit Gottes Hilfe und durch den professionellen Einsatz von Menschen ausgeht: neues, gesegnetes Leben in Würde.

 

Essen teilen

Damit Anna-Maria Marschner, Pfarrassistentin von Gschwandt, ihr ehrenamtliches Projekt FAMUNDI finanzieren kann, hat sie eine Fastenaktion ins Leben gerufen. Sie verteilt Pappteller mit Bildern von Kindern, die sie betreut. Die Idee: Ein Kind aus Santa Cruz während der Fastenzeit in die Familie oder die Klassengemeinschaft aufzunehmen und ein Kind „mitessen“ zu lassen. Wann immer man einen Betrag in den Fastenwürfel, der auch zum Aktionsmaterial gehört, gibt, kann man einen Lebensmittel-Sticker auf den Teller kleben. Auf dem Würfel findet sich auch ein Tischgebet. Zu Ostern leert man den Würfel und überweist das Geld an FAMUNDI. So einfach füllt man einem Kind aus Santa Cruz den Teller. «

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