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Inhalt:
EU-Projekt Marvow in Oberösterreich

Ältere Frauen besser schützen

Gesellschaft & Soziales

Der Gewalt gegen ältere Menschen wird zu wenig Beachtung geschenkt. Das EU-Projekt „Marvow“, geleitet von den Autonomen Österreichischen Frauenhäusern (AÖF), soll das ändern.

Ausgabe: 25/2021
22.06.2021
- Lisa-Maria Langhofer
Maria Rösslhumer ist Geschäftsführerin des Vereins AÖF (Autonome Österreichische Frauenhäuser).
Maria Rösslhumer ist Geschäftsführerin des Vereins AÖF (Autonome Österreichische Frauenhäuser).
© www.martinsteiger.at

Gewalt gegen ältere Menschen, besonders gegen ältere Frauen, sei oft zu wenig sichtbar und werde daher bei Gewaltschutzmaßnahmen zu wenig berücksichtigt, sagt Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin der AÖF. „Es gibt darüber zu wenig Zahlen und Daten. Das Marvow-Projekt beschäftigt sich hauptsächlich mit Partnergewalt, aber auch Frauen in Institutionen sind betroffen. Dabei geht es nicht nur um physische, sondern auch psychische, sexuelle und soziale Gewalt.“ Das EU-Projekt Marvow, von dem Rösslhumer spricht, wird vom AÖF geleitet und bedeutet auf Deutsch „Multi-Institutionelle Zusammenarbeit bei der Unterstützung von gewaltbetroffenen älteren Frauen.“ Hierbei sollen zunächst in drei österreichischen Regionen Plattformen etabliert werden, auf denen verschiedene Institutionen zusammenarbeiten. Neben Niederösterreich und Salzburg gehört auch Oberösterreich dazu. 
Um wirksame Maßnahmen entwickeln zu können, werden die „Lücken und Defizite in den jeweiligen Regionen erörtert“, heißt es in einer Aussendung. „In Oberösterreich fehlt es an Einrichtungen, wohin ältere Gewalttäter verwiesen werden können, und Möglichkeiten, die betroffene Frau zu versorgen, wenn der Täter normalerweise derjenige ist, der die Frau pflegt.“ Darüber hinaus würden Beratungsstellen mehr Personal und längere Öffnungszeiten brauchen. Auch die Schulungsangebote und die Täterarbeit seien ausbaufähig, auch in den anderen Bundesländern. In Oberösterreich hat sich die Frauenabteilung der Stadt Wels bereit erklärt, die Koordination zwischen den einzelnen Gewaltschutzorganisationen, der Caritas, der Volkshilfe, des Vereins Exit und der Polizei – um nur einige wenige Mitwirkende zu nennen –, zu übernehmen. „Der Plan ist, sich viermal im Jahr zu treffen und über Dinge wie notwendige Schulungen zu sprechen, wie es überhaupt zu Gewalt kommt, wie die spezifische Situation von älteren Frauen aussieht und so weiter“, sagt Rösslhumer.

 

Situationen richtig beurteilen

Für Letzteres sei eine genaue Gefährlichkeitseinschätzung enorm wichtig. „Dafür bieten wir einen Fragebogen an, mit dem Mitarbeiter/innen aus der jeweiligen Institution erkennen, ob eine Frau in einer gefährlichen Situation ist oder nicht. Ist die Umgebung liebevoll und wertschätzend, handelt es sich bei einer Verletzung um einen Unfall oder Fremdeinwirken?“, beschreibt Rösslhumer.
Um „nachhaltig eine verbesserte Infrastruktur für Gewaltopfer zu schaffen“, fließen alle Daten und Fakten, die sich aus dem Marvow-Projekt ergeben, in eine sogenannte „Online-Toolbox“, die einerseits den Institutionen die Zusammenarbeit erleichtern und andererseits auch Betroffenen als Informationsquelle dienen soll.«  

 

Infos zum Projekt: www.marvow.eu oder www.aoef.at; Filmtipp auf YouTube: "Unsichtbare Gewalt an älteren Frauen"

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