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„Klimaschutz: Teil der Identität“

Gesellschaft & Soziales

Trotz oder vielleicht gerade wegen der Corona-Pandemie bleibt Oberösterreich in Sachen Klimaschutz nicht untätig. So engagieren sich etwa das BRG Traun, die Region Freistadt und die Gemeinde Feldkirchen an der Donau in unterschiedlichen Projekten.
 

Ausgabe: 40/2020
29.09.2020
- Lisa-Maria Langhofer
Bei einem Klimawandertag sammelten Schüler/innen des BRG Traun den am Wegrand liegenden Müll und machten sich dabei Gedanken zum Klimaschutz.
Bei einem Klimawandertag sammelten Schüler/innen des BRG Traun den am Wegrand liegenden Müll und machten sich dabei Gedanken zum Klimaschutz.
© BRG Traun

Das BRG Traun erhob letztes Jahr den Klimaschutz zum Jahresthema. „Wir haben gemerkt, dass das die Jugendlichen sehr beschäftigt“, sagt dazu Direktor Christian Rad. Im Laufe des Schuljahres sind zahlreiche Projekte entstanden, die zum Teil heuer, im Schuljahr 20/21, fortgesetzt werden sollen. „Im Sommer haben wir ein Innenraumbegrünungsprojekt umgesetzt. Das Konferenzzimmer wurde in den oberen Aulabereich erweitert und mit Hydrokulturen (Grünpflanzen ohne Erde, Anm.) bestückt“, gibt Rad ein Beispiel. Die so neu entstandene grüne Zone soll das Raumklima verbessern. 

 

Zahlreiche Projekte

Zwei andere Projekte sind „Tauschen statt wegwerfen“ und „Radfahren statt Staustehen“. Ersteres ist eine Tauschbörse für Kleidung und Gebrauchsgegenstände. Unterstützt werden sollen mit der Aktion bedürftige Familien mit und ohne Migrationshintergrund. Mit „Radfahren statt Staustehen“ sollen sowohl Lehrkräfte als auch Schüler/innen dazu motiviert werden, öfter das Fahrrad für den Schulweg zu nutzen. „Geplant ist außerdem ein Schulwettbewerb zum Thema Klima und Umwelt. Die besten Projekte werden zu Schulschluss prämiert“, ergänzt Rad. Sehr erfolgreich sei letztes Jahr das Stöpselsammelprojekt gewesen, das auch bereits an anderen Schulen und Einrichtungen durchgeführt wird. Stöpsel von Plastikflaschen werden in Behältern gesammelt, anschließend zu Granulat verarbeitet und an eine Recyclingfirma verkauft. Der Erlös kommt Kindern mit Beeinträchtigungen zugute. 
Neben den kleineren Klimaprojekten, die innerhalb der Schule durchgeführt werden, schweben Direktor Rad auch zwei Großprojekte vor: „Ich wünsche mir eine Photovoltaikanlage für das Dach der Schule und eine eigene Stromtankstelle für E-Autos.“ Das BRG Traun beantrage überdies das Österreichische Umweltzeichen: „Klimaschutz ist mittlerweile Teil unserer Schulidentität."

 

Schutz und Anpassung

Der gemeinnützige Verein „Energiebezirk Freistadt“ ist nach Eigendefinition ein Vorzeigebeispiel für Klimaschutz auf kommunaler Ebene. 2016 startete etwa das Projekt „MühlFerdl“, eine E-Carsharing-Plattform in den Bezirken Freistadt und Urfahr-Umgebung. Im Frühjahr 2020 wurde das „Mitfahrbankerl im Kernland“ etabliert, das Autostoppen attraktiver machen soll. Die Region nimmt an zwei Programmen des österreichischen Klima- und Energiefonds teil, die Maßnahmen zum Klimaschutz bzw. zur Klimawandelanpassung vorantreiben. 
Eine wichtige Rolle spiele die Bewusstseinsbildung, sagt Energiebezirk-Projektmanagerin Sonja Hackl: „Mit Seminaren, Vorträgen und Workshops wollen wir über klimafreundliches und zukunftsorientiertes Bauen, Wohnen und Arbeiten informieren.“ Als Beispiel für heuer gestartete Projekte nennt Hackl das bereits beschriebene Mitfahrbankerl, Klimawandel-Schulungen für Mitglieder der Feuerwehr und das Netzwerk „Freistadt For Forest“, bei dem Wälder, die nach einem Borkenkäfer-Befall gerodet werden mussten oder durch Stürme stark beschädigt wurden, unter Mithilfe der Bürger/innen wieder aufgeforstet werden sollen.  

 

Flächennutzung

Feldkirchen an der Donau ist als einzige oberösterreichische Gemeinde für den Baukulturgemeinde-Preis 2021 nominiert, initiiert vom Verein Landluft zur Förderung von Baukultur im ländlichen Raum. Was Feldkirchen anders mache, sei das frühe Miteinbeziehen der Bevölkerung in Entscheidungsprozesse, sagt Bürgermeister Franz Allerstorfer: „Wer weiß besser als die Bevölkerung, was Feldkirchen ausmacht, was bewahrt und weiterentwickelt werden soll?“ Er wolle keine Bauprojekte nach Schema F, sondern einen aktiven Austausch zwischen ökologischen, ökonomischen und Bürger-Interessen. Im Westen von Feldkirchen liege ein fünf Hektar großes Baufeld, wo genau das geschehe. Hier sollen in den nächsten Jahren mehrere Wohneinheiten entstehen. 
„Die Herausforderung ist, einerseits die Tradition des Ortes zu bewahren und ihn gleichzeitig in eine Zukunft zu führen, die nicht von der Tradition losgelöst ist“, sagt Allerstorfer.

 

Mehr Leben

Das Ortszentrum soll durch die Nutzung von Leerständen belebt werden, wofür sich der riesige Pfarrhof anbiete. „Gemeinsam mit der Pfarre haben wir überlegt, was wir mit dem Pfarrhof machen könnten. Da kamen viele Ideen, etwa für ein Jugendzentrum, eine Bibliothek mit Café, Veranstaltungsräume, generationenübergreifende Wohnmöglichkeiten“, sagt Allerstorfer. „Als ersten Schritt wollen wir dort zwei zusätzliche Kindergartengruppen unterbringen.“«

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