Stefan Kronthaler ist Redakteur der Wiener Kirchenzeitung „Der SONNTAG“.
Seit 1946 bietet das STUWE Jugendlichen Raum zum Feiern, Musizieren und Ideen-Verwirklichen. Das Jubiläum sei vor allem ein Grund zum Feiern, heißt es in einer Aussendung des STUWE an die Kirchenzeitung. Der ehrenamtliche Vereinsvorstand des Jugendzentrums plane deshalb aktuell das Programm. Trotz des freudigen Anlasses sitze dem Team des STUWE aber der Schock in den Knochen, womit der Umstand angesprochen wird, dass der Standort in der Linzer Innenstadt mit Ende 2027 geschlossen werden soll.
Etwas mehr als die Hälfte der 80-jährigen STUWE-Geschichte befindet sich der Standort in der Steingasse 5 mit viel Platz für die Jugend und Blick auf den Dom. Im Zuge der diözesanen Sparpläne wurde aber entschieden, das STUWE in der derzeitigen Form nicht weiterzuführen. Im Zuge der Kürzungen wurde entschieden, die Personalstunden um die Hälfte zu kürzen und das STUWE in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums ZOOM mit unterzubringen. „Aus neun Räumen für die Jugendlichen plus Garten werden eineinhalb mitbenutze Räume in einem Haus auf halber Höhe des Froschbergs/Bauernbergs“, formuliert es das STUWE in der Aussendung.
Für die vorwiegend aufsuchende Form der Jugendarbeit des ZOOM seien die Räume gut geeignet. „Für die offene Jugendarbeit des STUWE sind sie zu abgelegen und zu klein“, betont das Team des Jugendzentrums.Dass Kürzungen notwendig seien, stehe nicht infrage. Die Frage jedoch, wie gekürzt werde, das liege in der Hand der Entscheidungsträger:innen. „Wir hoffen zu unserem 80. Geburtstag auf ein Wunder und freuen uns über Unterstützung, Rückmeldungen und Initiative für das STUWE“, heißt es weiter.
Die Kirchenzeitung hat bei der Diözesanleitung nachgefragt, wie sie zu der Hoffnung auf ein Wunder steht, also ob sie an der Einschätzung für die Zukunft des STUWE noch etwas ändern könnte. „Ich blicke mit großer Wertschätzung auf 80 Jahre STUWE und bin dankbar für alle, die ehrenamtlich oder hauptamtlich für und mit Jugendlichen hier tätig waren und sind. Mit Zuversicht sehe ich die Entwicklung einer neu aufgestellten kirchlichen, offenen Jugendarbeit im Linzer Zentrum, an deren Konzept gerade gearbeitet wird,“ betont Irmgard Lehner, Leiterin Bereich „Pfarre & Gemeinschaft“ der Diözese Linz gegenüber der Kirchenzeitung.
Die Diözese Linz führt ihre Position mit einer Stellungnahme zur „offenen Jugendarbeit im Zentrum von Linz bzw. zur geplanten Schließung des STUWE-Standortes Steingasse“ aus:
Die Caritas OÖ stelle das Gebäude in der Steingasse 5, das sich in ihrem Eigentum befindet, nur noch bis Ende 2027 zur Verfügung. Diesbezüglich haben bereits mehrere Gespräche mit dem Verein STUWE stattgefunden und dieses Datum wurde in enger Abstimmung mit der Diözesanleitung festgelegt.
Die Diözese Linz setze folgende nächste Schritte: „Die Diözese Linz öffnet sich verstärkt einer diakonalen Jugendarbeit, die sensibel für die Benachteiligung und Ausgrenzung junger Menschen ist.“ Jugendliche, die in der Linzer Innenstadt wohnen, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen, könnten so ihre eigenen Anliegen und Projekte verwirklichen. „Sie werden dabei durch kirchliche Mitarbeiter:innen unterstützt und begleitet“, so die Diözese Linz. Auch nach der Schließung des Standorts des STUWE in der Steingasse werde es die offene Jugendarbeit in Linz weiterhin geben, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Es besteht die Notwendigkeit, den diözesanen Haushalt auf die Zukunft hin zu sichern. Dafür gibt es auch einen Beitrag aus dem Jugendzentrum STUWE. Eine der beiden Stellen läuft mit 31. Dezember 2027 aus. Die verbleibende Vollzeitstelle steht weiterhin für die offene Jugendarbeit zur Verfügung“, führt die Diözese weiter aus. Am Standort Cardijn-Haus plant die Diözese zudem ein neues Jugendzentrum durch die Weiterentwicklung von STUWE und ZOOM.
Auch in der Vergangenheit habe es immer wieder Übersiedlungen und neue Standorte der offenen Jugendarbeit gegeben. Selbst das STUWE sei in der Vergangenheit schon übersiedelt. „Seit 1984 befindet sich das Jugendzentrum in der Steingasse, vorher gab es andere Standorte in Linz, betont die Diözese und führt weiter aus: „Bis Ende 2027 wird und kann in bewährter Weise im Jugendzentrum STUWE weitergearbeitet werden.“

Stefan Kronthaler ist Redakteur der Wiener Kirchenzeitung „Der SONNTAG“.
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