Die Atomkraft-Gegner:innen traten auf dem Wiener Ballhausplatz direkt unter dem Bürofenster von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel in den Hungerstreik. Sie forderten, dass sich Österreichs Regierung gegen die Atompolitik der EU stellt. Die Aktivist:innen wollten etwa, dass die Einklagbarkeit der Sicherheitsmaßnahmen im tschechischen Atomkraftwerk Temelin vor dem europäischen Gerichtshof festgeschrieben wird.
Die Kirchenzeitung stellte damals eine der Aktivistinnen als „Kopf der Woche“ vor. Irene Winkler war bei den „Müttern gegen Atomgefahr“ in Freistadt aktiv und am 4. April in den Hungerstreik getreten. Am 10. Tag brach sie zusammen. Aufgeben wolle sie trotzdem nicht, sagte die Schneiderin im Gespräch mit der Kirchenzeitung. Sie fühle sich von dem Wort Jesu persönlich angesprochen: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Das gelte nicht nur für ihren langjährigen Einsatz in der Pfarre, sondern auch für ihr Eintreten gegen die Gefahren der Atomenergie. „Sogar Kinder wissen heute schon, dass das etwas höchst Problematisches ist. Nur die Politiker und die Energiebosse tun so, als ob Mensch und Technik unfehlbar wären. Das ist ein Umgang mit der Schöpfung Gottes, den ich nicht hinnehmen kann“, erzählte Irene Winkler.
Dass sie sich am Hungerstreik in Wien beteiligte, damit die Regierung endlich ihre Versprechen erfüllt, sei ihr nicht leichtgefallen. Die Arbeit, die Kinder zu Hause und die kommende Belastung ließen sie zuerst zögern. Den entscheidenden Impuls zu dem dramatischen Protest sei von ihrem elfeinhalbjährigen Sohn gekommen. „Mama, du musst nach Wien fahren“, habe dieser zu ihr gesagt.
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