Dass Biobetriebe strengeren Auflagen unterliegen als konventionelle landwirtschaftliche Betriebe, ist vermutlich bekannt: mehr Platz für die Tiere im Stall, Weidegang für Wiederkäuer und Geflügel, die Verwendung von Biofutter und der ausschließliche Anbau von Biosaatgut sowie die Nicht-Verwendung von chemischen Beizmitteln.
Dass Biobetriebe aber einen Vorteil bei Klimaschutz und zum Teil auch Krisen haben, mag weniger bekannt sein, erklärt Petra Doblmair, Beraterin für Bio-Ackerbau, -Schweine und -Geflügel bei Bio Austria: „Im Hinblick auf den Klimaschutz ist es ein Vorteil der Biolandwirtschaft, dass sie CO2-neutraler ist und weniger Emissionen verursacht, weil eben keine chemischen Mittel eingesetzt werden. Zudem ist man weniger abhängig von Düngemittelpreisen, da ein natürlicher Dünger durch Leguminosen angebaut wird (dazu gehören Ackerbohne, Erbse und Sojabohne) und somit in der Fruchtfolge integriert sind. Insofern hat uns die Ukraine-Krise etwas weniger betroffen.“
Trotzdem werde mit den Kolleg:innen aus der konventionellen Landwirtschaft ein regelmäßiger Austausch gepflegt. „Zuletzt ging es etwa um ein Flächenförderprogramm und darum, wie Betriebe umweltgerechte, biodiversitätsfördernde Maßnahmen umsetzen. Da können wir von den Erfahrungen der konventionellen Betriebe, die das bereits machen, profitieren“, sagt Doblmair.
Wichtig sei ein gutes, wertschätzendes Miteinander von konventionellen und Biobetrieben, betont sie: „Natürlich gibt es immer wieder Diskussionen, das ist auch gut und richtig. Es ist aber keinesfalls so, dass die einen die Guten und die anderen die Schlechten sind.“
In Oberösterreich gibt es aktuell 4617 Biobetriebe. Die Tendenz sei in letzter Zeit leicht zurückgegangen bzw. stagniere, sagt Petra Doblmair. „Gründe gibt es mehrere, beispielsweise wenn ein Betrieb keine Möglichkeit hat, beim österreichi-schen Agrar-Umweltprogramm ÖPUL einzusteigen oder strengere Vorschriften in Bezug auf die Weide.“
Auch wenn der Betrieb einer Biolandwirtschaft mit der Einhaltung von nationalen und EU-Vorschriften sowie zum Teil hohen Kosten verbunden ist, scheinen bestimmte Werte bei der Entscheidung für Bio vorzugehen: „Manche wollen einfach keine chemisch-synthetischen Spritzmittel mehr anwenden, andere finden eine artgerechtere Tierhaltung gut. Oft ist es auch bei einem Generationenwechsel so, dass die Jungen auf bio umstellen“, sagt Doblmair.
Aktuell herrsche Nervosität nicht nur bei den BioBauern und -Bäuerinnen, da das schlechte Wetter den Anbau von Mais, Sonnenblumen oder Soja nicht zulasse. „Die Hoffnung ist, dass in den nächsten Tagen und Wochen das Saatgut in den Boden kann“, sagt Doblmair.
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