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„Am Ende steht ein Brunnen“

Gesellschaft & Soziales

„Helfen ist unser Leben“, sagen Fritz und Gerlinde Kieninger aus Laakirchen. Durch ihr Engagement konnten über 270 Brunnen in Kambodscha gebaut werden. Das hat mit der Liebe zum Land, aber auch mit dem Laufen zu tun. 
 

Ausgabe: 2018/31
31.07.2018
- Christine Grüll
© KAKIHE

Wenn Gerlinde Kieninger an ihren ersten Besuch in Kambodscha denkt, dann spielt ein schmutziger Teich eine zentrale Rolle. Sie sah, wie Dorfbewohner/innen das trübe Wasser tranken. Viele von ihnen waren krank, einen Arzt gab es nicht. Wenigstens sauberes Trinkwasser sollten sie haben, dachten Gerlinde Kieninger und ihr Mann Fritz aus Laakirchen. Mit Spendengeldern ließen sie einen Brunnen bohren. Das ist elf Jahre her. Seitdem fühlen sie sich dem Land und seinen Menschen tief verbunden. Jeden Urlaub verbringen sie in Kambodscha oder mit Vorträgen, Filmvorführungen und Gesprächen, um Spenden für weitere Brunnen zu gewinnen. Über 270 wurden mittlerweile errichtet. 

 

Wasser und Bildung

 „Wir sind stolz auf das, was wir geschafft haben“, sagen Gerlinde und Fritz Kieninger an einem warmen Sommertag in Laakirchen. Sie blättern in Fotobüchern und erzählen: von einem Dorfältesten, der vor dem Brunnen niederkniete, von Jugendlichen, denen sie die Ausbildung bezahlten, und von ihren kambodschanischen Patenkindern Gerlinde und Fritz. Einmal sprach sie auf dem heiligen Berg Phnom Kulen ein Lehrer an. Er bat um ein Holzdach für seine Schule. Heute unterrichtet er Kinder und auch Erwachsene in einem Ziegelhaus. Es wurde mit oberösterreichischer Hilfe errichtet.

 

Geld statt Geschenken

 Die Liebe zu Kambodscha haben Gerlinde und Fritz Kieninger durch Savuth und Kim Kao kennengelernt. Das Ehepaar lebt schon lange in Laakirchen. Die beiden Familien haben den Verein ­KAKIHE gegründet. Die Reisen werden aus eigener Tasche finanziert. Spendengelder fließen zur Gänze in die Wasser- und Bildungsprojekte. Regelmäßig treffen Summen ein, die bei Geburtstagen oder Schulprojekten gesammelt werden. So mancher Brunnen wurde im Zuge eines Hochzeitsjubiläums finanziert. Eine große Zahl konnte errichtet werden, weil Fritz Kieninger ein leidenschaftlicher Läufer ist. Schon zwei Mal hat der „Wasserläufer“ Kambodscha durchquert, zuletzt 2016. Er lief neunhundert Kilometer in achtzehn Tagen, bei tropischen Temperaturen. Dafür erhielt er Sponsorengelder für achtzehn Brunnen. „Ich hatte Schmerzen“, sagt Fritz Kieninger, „aber ich wußte: Am Ende des Tages steht ein Brunnen.“ 

 

Startgeld als Spende. Anfang September lädt das Ehepaar Kieninger zum Fünf-Brücken-Lauf in Steyrermühl. Das Startgeld der Läufer/innen kommt dem Projekt zugute. Die Strecke beträgt zehn Kilometer. So weit müssen viele kambodschanische Kinder gehen, um sauberes Trinkwasser zu bekommen.

 

Fünf-Brücken-Lauf (2014 als schönste Laufstrecke in OÖ ausgezeichnet) am Samstag, 8. September 2018, 10 Uhr, Steyrermühl. Anmeldung bis 2. September unter www.kakihe.at

Die KAKIHE-Grundschule am heiligen Berg Phnom Kulen im Nordwesten von Kambodscha wurde durch Spendengelder finanziert.
Die KAKIHE-Grundschule am heiligen Berg Phnom Kulen im Nordwesten von Kambodscha wurde durch Spendengelder finanziert.
Fritz und Gerlinde Kieninger mit Religionslehrerin Martha Braunsberger (links)
Fritz und Gerlinde Kieninger mit Religionslehrerin Martha Braunsberger (links)
Die Volksschule Mühldorf, in der sie unterrichtet, hat einen Brunnen finanziert. „Wasserläufer“ Fritz Kieninger
Die Volksschule Mühldorf, in der sie unterrichtet, hat einen Brunnen finanziert. „Wasserläufer“ Fritz Kieninger
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