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Nicht jede:r hat einen riesigen Garten zu Hause, der mit vielen Beeten, Sträuchern und Blumen bepflanzt werden kann. Viele haben trotzdem das Bedürfnis, sich einen kleinen Frühlingsgarten auf dem Balkon oder der Mini-Terrasse einzurichten. Wie das auf ansprechende Weise gelingen kann, weiß unter anderem Sebastian Sandner von der gleichnamigen Gärtnerei in St. Florian (OÖ): „Vieles, was ausgepflanzt möglich ist, ist auch im Topf möglich. Bei Frühlingssträuchern etwa gibt es auch welche, die klein bleiben.“ Für die ersten Farbtupfer im Frühling eignen sich Zwiebelpflanzen sowie Saisonblumen wie zum Beispiel Hornveilchen, Primeln, Ranunkeln oder auch Goldlack. „Diese sind im Topf oder Kisterl problemlos zu pflanzen, weil sie beim Gärtner fertig kultiviert werden. Sie haben dann den Zweck, beim Kunden aufzublühen. Wenn sie verblüht sind, kann man viele davon verwildern lassen, jedoch bräuchte man da wieder einen Garten“, sagt Sandner.
Was das Verwenden bzw. Kombinieren von Farben betreffe, so mache es laut Sebastian Sandner Sinn, entweder ganz bunt zu arbeiten und alle verfügbaren Farben zu verwenden, oder man bleibt Ton in Ton und kombiniert etwa dunkle und helle Gelbtöne. Eine Alternativmöglichkeit wäre, noch eine zweite Farbe dazuzunehmen und die Frühlings-Ecke zum Beispiel gelb-blau zu gestalten. „Es gibt keine Vorschriften, was man sehen will, das soll man setzen“, betont Sebastian Sandner.
Laut Gartenprofis der „Gärtnerei & Bioladen Friedenshort“ (Evangelisches Diakoniewerk Gallneukirchen) kann man neben den von Sandner bereits genannten Pflanzen auch noch Salat, Stiefmütterchen, Schnittlauch, Petersilie, Kräuter, Kohlrabi (Temp. ca. 5 °C), Kraut (Temp. ca. 5 °C), Primel (frostfrei), Bellis (frostfrei), Vergissmeinnicht (frostfrei), Mannschild (frostfrei), Erdbeeren (frostfreier Boden) sowie Gehölze (Obstbäume, Sträucher …) pflanzen. Wie dieser Liste zu entnehmen ist, kann man also anstatt oder zusätzlich zu den Blumen auch etwas Essbares, also Kräuter und verschiedene Obst- und Gemüsesorten pflanzen. „Was auf relativ kleinem Raum möglich ist, sind Salate, Kohlrabi oder auch Radieschen – vorausgesetzt, es ist genug Licht da“, sagt Sebastian Sandner. Er empfiehlt, am besten bei der Gärtnerei nach Arten von Gemüse zu stöbern, denn dort gibt es die Chance, viele Arten zu entdecken, die man bisher noch gar nicht kannte.
Was das Obst betrifft, so gibt es laut Sandner verschiedene Zwergobstbäume, die man auch im Topf halten kann, dazu gehören etwa Zwergmarille, Apfel oder Birne. „Diese Zwergobstbäume haben genauso große Früchte wie normale Bäume, nur nicht in der gleichen Menge. Sie sind auch voll winterhart“, sagt Sandner. Allerdings sei es hier besonders wichtig, sie in große Töpfe zu setzen, um eine gute Wasserversorgung und Temperatur zu gewährleisten. „Im Winter, wenn sie kein Laub haben, brauchen sie keine Pflege, aber wenn das Laub austreibt, sollte man die Bäume viel gießen, abhängig von Ort, Standort und Topfgröße“, sagt Sandner. Es lohne sich der Gang zum Gärtner bzw. zur Gärtnerin, diese klären gerne auf und zeigen ihren Kunden und Kundinnen die Vielfalt, die es hier gibt. Jede:r Gärtner:in produziere zudem auch Eigenes.
Damit die Blumen- oder Gemüsearrangements auf dem Balkon ansprechend zur Geltung kommen und auch Platz sparen, rät man beim „Friedenshort“ dazu, in Etagen zu arbeiten und Balkonkisten zu nutzen. Das funktioniere auch mit kleinerem Gemüse, etwa Salat. Auch hängende Elemente sind eine Möglichkeit, schön sehen zum Beispiel Erdbeerampeln aus.
Vor Eingängen können Schalen oder Tröge gestellt werden mit immergrünen Gehölzen oder Stauden darin, ergänzt durch saisonale Pflanzen als bunte Farbtupfer. Auch Türkränze mit entsprechender floraler Gestaltung können ein Hingucker sein.
Sebastian Sandner hat für die Töpfe und Co. folgenden Tipp: „Je größer das Gefäß, desto weniger Arbeit, denn desto mehr Dünger und Wasser wird gespeichert. Bei Kisterl mit nur 30 Zentimetern muss man immer ans Gießen denken und darf das Nachdüngen nicht vergessen, gerade wenn es in Richtung der Monate Mai und Juni geht.“
Kräuter sind optimal geeignet für Balkon und kleine Räume, da sie gerne in Kisten gesetzt werden. „Fast 90 Prozent der Kräuter können Mitte März bereits hinausgegeben werden, bis auf ein paar Ausnahmen wie etwa Basilikum oder Majoran. Diese sollte man nicht vor Mitte Mai rausstellen“, rät Sandner. Rosmarin, Schnittlauch, Petersilie, Salbei oder Thymian halten in der Regel Frost bis minus 5 Grad Celsius aus. Sandner rät, dabei auf Pflanzen aus der Gärtnerei zu setzen, denn diese seien dazu gemacht, weiterzuwachsen, mehr Ertrag zu bringen und jahrelang verwendet werden zu können. Kräuter aus dem Supermarkt hingegen seien zum „jetzt Ernten“ gedacht.
Für das Gärtnern braucht es natürlich auch entsprechende Ausstattung. Dazu gehört für die Profis vom „Friedenshort“ die Verwendung guter Erde bzw. guten Substrats, Gartenhandschuhe, Setzschaufel, Vlies oder Haube zum Abdecken für kalte Nächte, Pflanzenstärkungsmittel (zur Vorbeugung gegen Schädlinge zum Beispiel), gegebenenfalls Dünger, eine Abdeckplane für den Boden, damit dieser beim Arbeiten nicht schmutzig wird, sowie noch Gartenschere, Kübel und Pflanzbehälter (Töpfe, Schalen usw.).
Auch Sandner betont die Verwendung hochwertiger Erde, aus dem Garten solle lieber nichts entnommen werden. Außerdem rät er zu fertigen Mischungen, denn „Selbst mischen muss gelernt sein. Auch Kompost hat nichts im Topf verloren, der gehört nur ins Beet.“ Übrigens hat Sandner auch einen wichtigen Hinweis für alle, denen von der Düngervielfalt im Handel schon einmal der Kopf geschwirrt hat: „Die Pflanze kann nicht lesen. Die wichtigsten Bestandteile – Stickstoff, Phosphor, Kalium – sind in jedem Dünger enthalten. Mit einem Universaldünger kommt man bei 90 Prozent der Pflanzen aus. Ausnahmen sind Zitruspflanzen, Orchideen oder Rhododendren.“ Entscheiden müsse man sich zwischen konventionellem und organischem Dünger, für Essbares wie Obst und Gemüse sollte jedoch auf jeden Fall organisch gedüngt werden.
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