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Wertschätzung, Vertrauen und viel Liebe

LEBENS_WEISE

Am Valentinstag wird vielerorts die Liebe gefeiert. Doch dass dieser eine Tag im Jahr nicht unbedingt entscheidend ist für eine lange, glückliche Beziehung – und warum –, erzählen sechs unterschiedliche Paare aus ihrer eigenen Erfahrung. 

Ausgabe: 07/2026
10.02.2026
- Lisa-Maria Hammerl
Älteres Paar tanzt.
Älteres Paar tanzt.
© Lumos sp / Adobe Stock

Am Anfang einer Beziehung ist alles rosarot – der Partner bzw. die Partnerin hat überhaupt keine Fehler und man schwebt auf einer Wolke.

 

An diese erste Phase denken viele Paare gern zurück. So geht es auch Barbara Hattinger (59) aus dem Salzburger Flachgau: „Wir müssen noch immer über die Anfangszeit unserer Beziehung lachen. Diese war noch geheim, meine Eltern wussten nicht, dass mein jetziger Ehemann bei mir schlief, und wunderten sich über die fremden Reifenspuren im Schnee.“ Das Paar ist heute seit 40 Jahren zusammen. 


Am 14. Februar feiern viele Liebende den Valentinstag, für Barbara Hattinger und ihren Mann jedoch hat er keine Bedeutung. „Wenn man das ganze übrige Jahr keine Aufmerksamkeiten erfährt, nützt auch der Valentinstag nicht“, so ihre Meinung. In ihrer Ehe gebe es täglich beim Verlassen des Hauses bzw. beim Nachhausekommen ein Busserl. Außerdem zeigen sie sich ihre Liebe durch Umarmungen oder Händchenhalten beim Spazierengehen. Das Ehepaar Langhofer aus dem Bezirk Vöcklabruck wiederum nutzt den Valentinstag, um sich gegenseitig etwas Gutes zu tun, sagt Amanda Langhofer (70). „Das sind kleine Aufmerksamkeiten wie etwas Besonderes zu kochen oder mal auswärts essen zu gehen.“ Sie und ihr Mann sind seit 49 Jahren zusammen. 

 

Freiräume wichtig


Die drei wichtigsten Punkte für eine lange Beziehung sind für Barbara Hattinger Offenheit, ein gutes Sexualleben und gemeinsame Unternehmungen, „aber auch das Zulassen von Freiräumen“. Das und gegenseitiger Respekt sind auch für Amanda Langhofer ein wesentlicher Punkt. Meinungsverschiedenheiten soll man auch mal ausstreiten können: „Nach einer Auseinandersetzung geht man sich mal ein bis zwei Tage aus dem Weg und denkt nach, was eine gemeinsame Lösung wäre“, sagt Amanda Langhofer. 

 

Liebe und Verlässlichkeit


Nicht fehlen darf für sie zudem eine „Liebe, die alles überwindet, viel verzeiht und Grund ist, wieder aufeinander zuzugehen“, sowie Zuverlässigkeit. Jacqueline (35) und Philipp (38) Enzlmüller setzen auf ihre persönliche Liste, „Spaß miteinander zu haben, gemeinsame Freunde und Verständnis füreinander“. Das Ehepaar lebt im Bezirk Ried im Innkreis (OÖ) und ist seit 14 Jahren zusammen. Ähnlich wie bei den Hattingers hat der Valentinstag für die Enzlmüllers keine übermäßige Bedeutung: „Wir finden, dieser Tag wird oft überbewertet. Wir schenken uns gerne ein paar Tage vorher oder nachher eine Kleinigkeit. Ohne den ganzen Druck an dem einen Tag“, sagt Jacqueline Enzlmüller. Durch kleine Überraschungen oder Geschenke drücken die beiden auch gerne ihre Liebe zueinander aus, „sei es mal die Lieblingsschokolade, ein ausgefallenes Frühstück oder ein kleiner Liebesbrief“. 

 

Darüber sprechen
 

Streit und Konflikte gehören im Paar- oder Familienalltag dazu. Manches taucht immer wieder auf, und – je nach Tagesverfassung sei man eben mal schneller von etwas genervt, sagt Jacqueline Enzlmüller. „Wir versuchen darüber zu sprechen, ruhig und sachlich. Das klappt natürlich nicht immer.“ 
Treten Krisen auf, müsse man die manchmal als Paar durchstehen, sagt Jacqueline Enzlmüller: „Da helfen nur Durchhaltevermögen und der Versuch, das Gute zu sehen.“ 


Streitthemen hatten Anna Liederer (35) und ihr Mann – 17 Jahre zusammen und auch aus dem Bezirk Ried im Innkreis – vor den Kindern eigentlich so gut wie nie, sagt sie mit einem Lächeln. „Aber jetzt geht es meist darum, dass ich als Mama wieder mehr zulasse als der Papa und da gibt es eben ab und zu Streitigkeiten. Gelöst wird es durch kurze Diskussionen.“ Wichtig für eine lange und glückliche Beziehung sind für die Liederers Treue, Gemeinsamkeiten und gleiche Interessen.

 

Zeit zu zweit und Bussis


Einen „Tapetenwechsel zu zweit“, also Zeit für sich als Paar, finden alle genannten Paare wichtig, „auch wenn er nur ein, zwei Tage dauert“, sagt etwa Gabriele Wenger (65). Sie und ihr Mann Johann (67) sind im Bezirk Salzburg Umgebung zuhause und seit 1981 verheiratet. Daneben jedoch sollte jeder auch seinen eigenen Hobbys nachgehen dürfen, sagt Gabriele. Das gehört für sie zu den Zutaten einer langen, glücklichen Beziehung, genauso wie sich gegenseitig zu vertrauen und Meinungsverschiedenheiten auszudiskutieren. Für Konflikte hat das Ehepaar Wenger zwei besondere Tipps: „Lösung für die Frau: ausdiskutieren; Lösung für den Mann: darüber schlafen und morgen schaut die Welt schon wieder friedlich aus.“ Das Paar erneuert seine Liebe immer wieder durch sogenannte Guten-Morgen- sowie Gute-Nacht-Küsschen.

 

Auch Eva Braumann (51) aus dem Bezirk Braunau wird jeden Tag von ihrem Mann Erwin (55) mit einem Kuss begrüßt bzw. verabschiedet. Auch Umarmungen sind ihm wichtig. Und Eva ergänzt: „Ich sage meinem Mann fast täglich, dass ich ihn liebe. Wenn man sich lange kennt, sieht man, ob es dem Partner schlecht geht, und in so einem Fall versuche ich ihn zu unterstützen und frage auch gezielt nach, was ich tun kann.“ Die beiden sind seit Mai 1993 zusammen. Wichtiger als der Valentinstag sind für beide, was das Gelingen einer langen, glücklichen Beziehung betrifft, auf jeden Fall Ehrlichkeit und Wertschätzung sowie Vertrauen und das Einhalten von Abmachungen. 

 

Botschaften der Paare

 

Barbara Hattinger: „In einer langen Beziehung muss viel gelacht werden, aber es heißt auch, daran zu arbeiten und Kompromisse einzugehen.“


Amanda Langhofer: „Gebt aufeinander acht und ver-
liert euch nicht im Alltag. Genießt so oft wie möglich eure Zweisamkeit.“


Jacqueline Enzlmüller: „Manchmal muss man einfach durchhalten und zusammenhalten.“


Anna Liederer: „Redet miteinander und sucht euch gemeinsam Dinge, um so viel Zeit wie möglich zu zweit zu verbringen – so bleibt die Liebe stark.“


Gabriele Wenger: „Hängen Nebelschwaden über der Liebe, dafür kämpfen, dass die Sonne die Liebe wieder erwärmen kann. Sollte dies nicht mehr gehen und Kind(er) vorhanden sein, den sogenannten ‚Rosenkrieg‘ baldmöglichst beenden, bevor die Kinder viel zu viel darunter leiden müssen.“


Eva und Erwin Braumann: „Wertschätzung und Vertrauen (baut sich langsam auf, daher nicht gleich aufgeben)“ und „nicht gleich aufgeben, Lösungen finden“.

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