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GUT ZU WISSEN: PSYCHOLOGIE

Positiv denken lernen – Wie?

LEBENS_WEISE

Psychotherapeutin Carmen Rella gibt Tipps, um öfter das "halb volle Glas" zu sehen.

Ausgabe: 18/2023
02.05.2023
- Carmen Rella
© Kawita Chitprathak, pixabay

Jede und jeder von uns wird mit Situationen konfrontiert, in denen positives Denken schwerfällt. Vor allem in Momenten, in denen man sich scheinbar machtlos fühlt, kann einem Optimismus manchmal unmöglich erscheinen.


Unsere Wahrnehmung einer Situation ist maßgeblich dafür verantwortlich, ob wir ein Erlebnis als positiv oder negativ empfinden. Das berühmte „halb volle Glas“ zu sehen, beinhaltet die Fähigkeit, eher positive Aspekte in Momenten zu erkennen als negative. Mit unserer Art, die Welt zu betrachten und mit unseren Gedanken steuern wir täglich auch unser Wohlbefinden. Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig und die Fähigkeit, positiv zu denken, bringt nachgewiesene Effekte für die Gesundheit.

 

So gelingt es


Eine positive Lebenseinstellung erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen die Herausforderungen des Lebens und wirkt nachweislich auch präventiv gegen die Entstehung psychischer Erkrankungen. Wie kann ich positives Denken erlernen?


- Stärken bewusst machen: Was kannst du besonders gut? Wo liegen deine Stärken? Worauf bist du stolz?


- Achtsamkeitstagebuch anlegen: Konzentriere dich täglich ein paar Minuten auf Dinge, die dir wichtig sind, suche nach kleinen Momenten des Glücks, in denen du dankbar bist und schreibe sie auf.


- Erfolge festhalten: Halte schwierige Situationen, die du erfolgreich gemeistert hast, fest, indem du sie aufschreibst. In negativen Momenten kannst du so wieder Vertrauen in deine Fähigkeiten und Stärken finden.


- Grübelschleife durchbrechen: In stressigen Situationen ist man ständig mit denselben belastenden Gedanken beschäftigt. Es kann helfen, bewusst die Gedankenschleife zu durchbrechen und z. B. seine Lieblingsmusik anzumachen, um auf andere Gedanken zu kommen.

 

Immer nur positiv?

 

Positive Gedankenmuster stärken uns und können uns selbstsicherer machen. Dennoch muss man unterscheiden können zwischen positiv denken und schönreden.

 

Die Realität sollte man nicht aus den Augen verlieren und manchmal nützt es nichts, Dinge zu beschönigen, die tatsächlich Anlass zur Sorge geben. In so einem Fall könnte positives Denken sogar schädlich sein, wie in den letzten Jahren vermehrt untersucht wurde. Werden negative Gefühle ständig unterdrückt, kann das dazu führen, dass man nicht um Hilfe bittet und über kurz oder lang in eine Überforderung kommt.

Carmen Rella,  Psychotherapeutin in freier Praxis, Innsbruck, www.carmenrella.at
Carmen Rella, Psychotherapeutin in freier Praxis, Innsbruck, www.carmenrella.at
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